20 Aug 1926 (Detroit, MI/USA) - 26 Nov 1978 (Los Angeles, CA/USA)
Rosolino begann mit 10 Jahren erst mit Gitarre, um später auf Posaune
umzusteigen. Mit 18 begann er seinen Militärdienst und trat mit Army
Bands in den USA und auf den Philippinen auf. Danach spielte er in den
Big Bands von Bob Chester (1946-47), Glen
Gray (1947), Gene Krupa (1948-49),
Tony
Pastor (1949), Herbie Fields (1950)
und Georgie Auld (1951). In Detroit leitete
er erst eine eigene Gruppe, um dann von 1952-54 bei Stan
Kenton zu arbeiten.
Den größte Teil seiner späteren Karriere verbrachte
Rosolino in Kalifornien. Nach der Arbeit mit Howard
Rumsey's Lighthouse All Stars (1954-60) war er Mitglied von Don
Trenners Band bei Steve Allens Fernseh-Show
(1962-64). Außerdem war er in Hollywood als Studiomusiker aktiv.
Von 1973-75 arbeitete er ab und an mit Conte Candoli
in Europa und tourte 1974 mit Benny Carter
durch die USA. Darüber hinaus arbeitete er mit der Formation Supersax
und trat mit Quiny Jones, der ihn noch häufig
für Aufnahmesessions und Soundtracks buchen sollte, in Japan auf.
Im Jahre 1978 kamen Rosolino und eines seiner Kinder tragischerweise bei einem Selbstmordversuch ums Leben.
Angelehnt an die Tradition J.J. Johnsons
gilt Rosolino als typischer Italo-Amerikaner mit entsprechendem Sinn für
Effekt, Temperament und Humor. Mit diesen Kennzeichen stach er oft aus
dem Orchester Stan Kentons von 1953/54 heraus.
Rosolino blieb dem besonders dem Bebop in zahllosen Auftritten und Aufnahmen
bis zu seinem tragischen Tode treu. Sein großer Ton mit deutlichem
Anstoß kennzeichneten ihn als wahren Individualisten, nichtsdestotrotz
galt er auch als exzellenter
section player.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Frank Rosolino Quartet (1952 DeeGee) [EP]
Stan Kenton Presents: Frank Rosolino Sextet (1954 Capitol)
I Play Trombone (1956 Bethlehem)
Turn me Loose! (1961 Reprise)
Thinking about you (1976 Sackville)
als sideman:
Georgie Auld - Georgie Auld Quintet (1951 Roost)
auf: Stan Kenton - New Concepts of Artistry in Rhythm (1952 Capitol)
Georgie Auld - Georgie Auld Plays the Winners (1963 Philips)
"Stardust" (Frank Rosolino - Free for all, 1958 Fantasy)
Thema/Solo "Love for sale" (Frank Rosolino - Free for all, 1958 Fantasy)
Jack "Big T." Teagarden
Jack [Weldon Leo] Teagarden
29 Aug 1905 (Vernon, TX/USA) - 15 Jan 1964 (New Orleans, USA)
Einer der berühmten Posaunisten der Swing-Ära war Jack Teagarden,
der 1905 in eine musikalische Indianerfamile in Texas hineingeboren wurde.
Schon im Alter von 10 Jahren begann er mit dem Posaunenspiel. Nach einigen
Jahren Arbeit in Theatern spielte er 1921/22 mit den Peck’s
Bad Boys unter Leitung von Peck Kelly.
Nach weiteren fünf Jahren in Texas kam er mit einer Band namens Doc
Ross Jazz Bandits nach New York; während die Band sehr rasch
zerfiel, hatte Teagarden kaum Mühe Arbeit zu finden – wie z.B. mit
Wingy
Malone, Willard Robinson, Elizabeth
Brice, Billy Lustig und Tommy
Gott. Zusammen mit
Ben Pollack nahm
er von 1928 bis 1933 Schallplatten auf und spielte bis 1938 mit dem Paul
Whiteman Orchestra, welches er schlussendlich verließ, um
eigene Formationen zu gründen und mit ihnen Platten aufzunehmen. 1947
traf er auf Louis Armstrong, was mehreren
Quellen zur Folge bis 1951 äußerst fruchtbare Folgen hatte.
Wiederum arbeitete Teagarden mit eigenen Gruppen und tourte durch Europa
(1957) und Asien (1958/59). Teagarden starb 1964 an Lungenentzündung.
Jack
Teagarden entwickelte einen sanften, zugleich technischen Stil, den bislang
kein anderer Posaunist vor ihm derart ausgeprägt erreicht hatte. Der
Ton insgesamt war leichter und das Anblasen (attack) sanfter. Hinzu
kam das Beherrschen von Lippentrillern, welche sein Spiel oftmals auszeichneten.
Teagarden entfernte sich vom tailgate-Stil hin zu einem Stil, der
eher dem eines Trompeters glich, mit einer Flüssigkeit, die viele
andere Posaunisten zu imitieren suchten. Im allgemeinen hatte Teagardens
Stil einen enormen Einfluss auf die Posaunisten nachfolgender Generationen
(So hat laut WILKEN Tommy
Dorsey niemals ein solo spielen wollen, solange Teagarden im selben
Raum anwesend war.).
Wie viele der Swing-Posaunisten entwickelte auch Teagarden ein vibrato,
dass die Gesamtdauer einer Note anhielt. Häufig entwickelte rhythmische
Figuren, die dem im Hintergrund laufenden beat missachteten – ein
Werkzeug, das er möglicherweise von Louis Armstrong,
als dessen Lieblingsposaunist er galt, übernahm. Ebenso war Teagarden
möglicherweise der erste Posaunist, der leise in ein Mikrofon spielte
– eine Technik, die später bspw. von Carl
Fontana und Bill Watrous angewandt wurde und
wird.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
The Swingin' Gate (1960-63 Giants of Jazz)
Jack Teagarden Sextet in Person (1963 Fanfare)
als sideman:
Roger Wolfe Kahn - She's a great great girl (1928 Victor)
Louis Armstrong - Knockin' a Jug (1929 Okeh), Rockin' Chair (1947 Victor),
St. James Infirmary (1947 Victor)
Makin Friends (Jack Teagarden - The Cradle of Jazz: Makin' Friends, 1928/o.J.
History/Trumpets of Jericho)
Basin Street Blues (Jack Teagarden - The Cradle of Jazz: Makin' Friends,
1931/o.J. History/Trumpets of Jericho)
22 Jan 1900 (San Juan, Puerto Rico) - 23 Apr 1984 (Inglewood, CA/USA)
Juan
Tizol, nach anderen Angaben 1908 geboren, spielte Ventilposaune. Tizol
kam 1920 von San Juan in die USA, um mit Marie Lucas
am Washingtoner Howard Theatre zu arbeiten. Als diese Band ihr reguläres
Engagement verloren hatte, fand Tizol schnell einen neuen Job bei Duke
Ellington. Zwar wurde er nie so oft bei Ellington gefeaturet
wie seine Kollegen, dennoch verhalf seine Ventilposaune Ellington zu einem
neuen sound seines Orchesters, da aufgrund der technischen Vorzüge
einer Ventilposaune im Vergleich zur Zugposaune Tizol oftmals das Notenmaterial
der Saxophonisten bekam. Ebenso schrieb Ellington Tizol - für Zugposaunen
technisch - schwere Stellen „auf den Leib“. Seinen Ton beschreibt BERENDT
(1992) als weich und süß, mitunter 'süßlich'.
Tizol selbst improvisierte so gut wie gar nicht, dafür waren seine
wichtigsten Beiträge die des section players sowie die als
Komponist und Arrangeur (z.B. Caravan, Perdido).
Im Jahre 1944 verließ Tizol Ellington und trat sporadisch mit
Woody
Hermans Band auf, bis er von Harry James
engagiert wurde, mit dem er sieben Jahre spielte. 1951 kehrte Tizol noch
einmal für eine kurze Phase zu Ellingtonzurück.
Die restliche Zeit, bis zu seinem Tode 1984 in Los Angeles, arbeitete Tizol
für viele verschiedene Bandleader wie Frank
Sinatra und Nat „King“ Cole.
ausgewählte Aufnahmen:
als sideman (mit Duke Ellington):
Duke Ellington and his Orchestra (1941 Temple)
12 Sep 1948 (Omaha, NE/USA)
Steve
Turré wuchs in Kalifornien auf und studierte von 1968-69 Musik an
der North Texas State University. Seit 1968 spielte er sporadisch mit Roland
"Rahsaan" Kirk und nahm 1970 in San Francisco mit der LatinRock-Gruppe
Santana
auf. Nach einer Tour 1972 mit Ray Charles
arbeitete er ein wenig mit Woody Herman, um
dann 1973 mit Art Blakey's Jazz Messengers
nach New York zu gehen, als auch mit dem Thad Jones-Lel
Lewis Orchestra eine Europatournee zu bestreiten. Von 1974-76 machte
Turré mit Chico Hamilton Aufnahmen,
sowohl auf Posaune als auch elektrischer Gitarre. Zur selben Zeit, 1974,
spielte er bei Woody Shaw
Posaune. Nach der erneuten Arbeit mit Kirk,
wo er begann, mit Muscheln zu experimentieren (etwa 1976/77), war Turré
Mitglied und Arrangeur bei Slide Hamptons
"World of Trombones". Darüber hinaus komponierte und arrangierte er
für Max Roach (dr), leitete sein eigenes
Quartett und tourte mit Cedar Walton (p).
Im Jahre 1980 kehrte er bis 1985 wiederum zu Woody
Shaws Quintett zurück, um einige Aufnahmen zu machen. Er tourte
mit McCoy Tyner, Dexter
Gordon,
Slide Hampton, Poncho
Sanchez, Hilton Ruiz und Tito
Puente. Im Jahre 1987 trat er Dizzy Gillespies
United Nations Orchestra bei und spielte regelmäßig bei
Lester
Bowies Brass Fantasy.
Zusammen mit der Gruppe Sanctified Shells
- einer Gruppe aus vier Posaunisten gedoppelt auf Muscheln, dem Trompeter
E.J.
Allen, Bass, Drums sowie Percussion - trat Turré auf dem
Monterey Jazz Festival auf.
Turré spielt seine Posaune wie ein Schlagzeug mit rhythmisch
brillant artikulierten Linien (beherrscht meisterhaft die Pentatonik),
mit Einflüssen von J.J. Johnson
als auch denen von Saxophonisten und Trompetern.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Viewpoint (1987 Stash)
Fire and Ice (1988 Stash)
Sanctified Shells (1992 Antilles)
Rhythm Within (1995 Verve)
Steve Turré (1996 Verve)
TNT (Trombone-N-Tenor) (2001 Telarc)
als sideman:
Woody Shaw - Moontrane (1974 Muse)
Woody Shaw - Master of the Art (1982 Elektra)
Solo über "Lester leaps in" (Slide Hampton - World of trombones, 1979
Black Lion)
Bill Watrous
Bill [William Russel, II] Watrous
8 Jun 1939 (Middletown, CT/USA)
Watrous
gilt laut BERENDT (1992) als Aushängeschild des
zeitgenössischen
Mainstreams. So bläst er mit fulminanter Kraft und Brillianz,
kombiniert mit verblüffender technischer Meisterschaft: spielerische
Virtuosität und riesiger Ideenreichtum gepaart mit einem sehr flüssigem
Solo-Stil. Sein Gefühl für Jazz sitzt tief in ihm und lässt
ihn dadurch niemals bloß rein technisch klingen.
Bekannt gemacht mit der Musik wurde Bill Watrous durch seinen Vater,
den Posaunisten Ralph Watrous; auch wenn er
einige Unterrichtsstunden in der High School nahm, so gilt Watrous jun.
doch eher als Autodidakt, der eine Menge Spielerfahrung mit lokal ansässigen
Dixieland-Bands ergatterte. Während seiner Zeit im Militär studierte
er bei Herbie Nichols. Erste professionelle
Arbeit gab ihm Billy Butterfield; von 1962-67
war er Mitglied bei den unterschiedlichsten Projekten (von zwei bis zu
fünf Posaunen) um Kai Winding. Zur selben Zeit
arbeitete Watrous als freelancer im Studio mit diversen Gruppen
und Big Bands, darunter u.a. jene von Quincy Jones und Maynard
Ferguson (beide 1964), Johnny Richards
und Woody Herman (1967) und spielte im Orchester
der Merv Griffin Fernseh-Show (1965-68). Von
1967-69 war Watrous fester Musiker bei der CBS und wurde 1971 Mitglied
der JazzRock-Band Ten Wheel Drive. Weithin
bekannt wurde Watrous als Leiter der Big Band "Manhattan
Wildflower Refuge", welche von 1973-77 bestehen sollte. In den späten
70er Jahren übersiedelte Watrous nach Los Angeles, wo er häufig
aufnahm - oftmals mit dem Trompeter Danny Stiles
-, gelegentlich eine Big Band leitete und oft in Studios arbeitete. In
Deutschland gab er zusammen mit Kai Winding und
Albert
Mangelsdorff 1980 diverse Konzerte als Trombone Summit; 1982 trat er
in London auf und nahm dort auch auf. Ende 1996 nahm er mit seiner Big
Band Refuge West das Album Space
Available auf.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Bone Straight Ahead (1972/73 Famous Door)
Manhattan Wildlife Refuge (1974 Columbia)
The Tiger of San Pedro (1975 Columbia)
I'll Play for you (1980 Famous Door)
Coronary Trombossa (1982 Famous Door)
Roarin' Back into New York, New York (1982 Famous Door)
Someplace Else (1986 Soundwings)
Reflections (1987 Soundwings)
als sideman:
J. Witherspoon - Blues for Easy Livers (1965/66 Prestige)
Woody Herman - Woody Live: East and West (1965-67 Columbia)
Danny Stiles - In Tandem (1974 Famous Door)
Dicky Wells
Dicky [Dickie; William] Wells
10
Jun 1907 (Centerville, TN/USA) - 12 Nov 1985 (New York, NY/USA)
Wells (1907-1985) bewegte sich vom Stil Harrisons weg und entwickelte seinen eigenen, recht komödiantischen - sp sprach Wells regelrecht auf seinem Instrument. Er spielte glissandi und growls in einer Zeit, in der sich die meisten Posaunisten eben davon abwandten - André Hodeir beschrieb ihn nicht umsonst als 'Romantiker des Jazz': Romantisch aber nicht aus Gefühlsseligkeit, sondern aus vehementer, phantasievoller Sensibilität. Sein vibratoreicher Ton galt als rustikal, warm und voll.
Dieser „bombastische“ (WILKENS) Stil half Wells,
Arbeit in so renommierten Bands wie denen von Fletcher
Henderson, Lloyd Scott, Benny
Carter und Charlie Johnson zu finden.
1938 begann eine achtjährige Periode - in der er oftmals hinter dem
Sänger Jimmy Rushing spielte - mit dem
Count
Basie Orchestra, welches er verließ, um mit Lucky
Millinder und Sy Oliver zu arbeiten.
Von 1947-50 spielte Wells wieder bei Basie.
Hiernach war Wells Arbeit nicht mehr mit Höhepunkten gesegnet, aber
es folgten Engagements mit Jimmy Rushing,
Reunions mit Basie-sidemen, Europatourneen mit Buck
Clayton, ein Job bei Ray Charles (1961-63)
sowie gelegentliche Auftritte (darunter die Jazz-TV-Sendung "The
Sound of Jazz" aus dem Jahre 1957).
Wells baute nach der Periode bei Basie hauptsächlich wegen seiner
Alkoholprobleme ab. Im Jahr 1965 stieg Wells aus dem Musikgeschäft
aus, um an der Wall Street Tagesgeschäften nachzugehen. Wells veröffentlichte
seine Autobiographie "The Night People" und
kehrte 1973 wieder auf die Bühne zurück, wo er bis zu seinem
Tode 1985 noch sporadisch zu finden sein wollte.
ausgewählte Aufnahmen:
Dicky Wells in Paris, 1937 (1937 Prstige)
Bones for the King (1958 Affinity)
Trombone Four in Hand (1959 Felsted)
Lonesome Road (1981 Uptown)
Phil Wilson
Phil(lips Elder) Wilson (, Jr.)
19 Jan 1937 (Belmont, MA/USA)
Wilson begann mit vier Jahren mit Klavierunterricht; als er sechs Jahre alt war, bemerkte sein Lehrer Wilsons Leseschwäche - er hatte bisher weitgehend nur nach Gehör gespielt - und empfahl den Umstieg auf ein Melodieinstrument, für welches es nicht erforderlich ist, komplexe und dichte Notensysteme schnell lesen zu können. Der Umstieg auf die Posaune ließ Wilson schon im Alter von 15 Jahren mit professionellen Musikern seiner Heimatstadt spielen; er besuchte das New England Conservatory of Music und die Navy School of Music und spielte von 1955-57 in Herb Pomeroys Big Band. Nach zwei Jahren Konservatorium tourte Wilson mit dem Dorsey Brothers Orchestra; nach dem Militärdienst spielte er von 1962-65 im Woody Herman Orchestra, bei dem er sich v.a. aufgrund seines Solos über "It's A Lonesome Old Town" einen Namen machte. Hinzu kommen Arbeit als sideman u.a. mit Louis Armstrong, Frank Sinatra oder Clark Terry.
Des weiteren ist Wilson seit 1965 (oder 1966, je nach Quelle) Lehrer am Berklee College of Music für Posaune, Theorie und Arrangement und gibt bis heute weltweit Workshops bzw. hält Vorlesungen. In Berklee leitet Wilson das "Feierabend"-Projekt "Rainbow Band" - bis 1985 unter dem Namen Thursday Night Dues Band -, der u.a. Terry Lyne Carrington (dr), Cyrus Chestnut (p), John Scofield (g) oder Roy Hargrove (tp) angehörten.
Ebenso gilt Wilson als ausgezeichneter Komponist/Arrangeur, so brachte
ihm die Bearbeitung von Zawinuls "Mercy,
Mercy, Mercy" für Buddy Rich eine
Grammy-Nominierung im Jahre 1969 ein; viele seiner Kompositionen/Arrangements
gehören zum Standardrepertoire US-amerikanischer Collegebands. 1972
bat die Boston Symphony ihn um ein Stück
für das eigene Kinderprogramm, womit er später genanntes Orchester
dirigieren sollte.
ausgewählte Aufnahmen:
Prodigal Son (1968 Freeform)
The Sound of the Wasp (1975 ASI)
That's All (1976 Famous Door)
New York Axis: Phil Wilson & Vic Dickenson (Famous Door)
Phil Wilson - Makoto Ozone Live (1982 Shiah)
mit der NDR Big Band: The Wizard of Oz Suite (1989 Capri)
Pal Joey Suite (2000 Capri)
Solo über "St. James Infirmary" (Phil Wilson & NDR Big Band -
The Wizard of Oz Suite, 1993 Capri)
Solo über "Munchkinland" (Phil Wilson & NDR Big Band - The Wizard
of Oz Suite, 1993 Capri)
Kai Winding
Kai (Chresten) Winding
18 Mai 1922 (Århus, DK) – 6 Mai 1983 (Yonkers, NY/USA)
Winding
übersiedelte im Alter von 12 Jahren mit seiner Familie in die USA
und begann im kurz darauf das Posaunenspiel. Er spielte in den Big Bands
von Sonny Dunham und Alvino
Rey und war ab 1942 für drei Jahre Mitglied einer Band der
US
Küstenwache. Ebenso war er bei den Bebop Sessions in Minton’s
Playhouse und Monroe’s Uptown House in NYC beteiligt. Weitere Stationen
waren die Big Bands von Benny Goodman (1945-46),
Stan
Kenton (1946-47) und Charlie Ventura
(1947-48). Zusammen mit dem Altsaxophonisten Charlie
Parker wirkte er beim Bebop
mit und formte 1954 ein Quintett mit
J.J.
Johnson namens „Jay and Kai“. Nach der
Auflösung des Quintetts 1956 tourte er 1958 ab und an mit J.J.
Johnson und leitete ein Septett bestehend aus vier Posaunen und Rhythmusgruppe.
In den 60er Jahren arbeitete er als musikalischer Direktor für die
Playboy Clubs in NYC, bis er 1969 nach Kalifornien umzog. 1972/3 tourte
er mit den Giants of Jazz, zog 1977 nach Spanien
und leitete 1979-80 zusammen mit Curtis Fuller
die Gruppe Giant Bones. Mit Johnson
trat er 1982 beim Aurex Jazz Festival in Japan und dem Kool Jazz Festival
in New York auf.
Winding gilt nicht nur als einer der ersten, als auch als einer der
wichtigsten Vertreter der Bop-Posaune. Den typischen sound der Posaunen-section
in Kentons Big Band erreichte er dadurch,
dass alle Posaunisten statt des üblichen Vibratos mit Hilfe des Zuges
ein Lippenvibrato anwandten. Sein Solostil war charakterisiert durch einen
rauhen, beißenden Ton, der an frühere Posaunenstilistiken erinnert,
zugleich konnte er aber auch durchaus zurückhaltender sein wie z.B.
bei den Miles Davis Aufnahmen von „Birth
of the cool“ (1949). Während der Zusammenarbeit mit Johnson
war der Solostil derart ausgefeilt, dass er zeitweilig kaum noch von dem
Johnsons zu unterscheiden war.
ausgewählte Aufnahmen:
als (Co-)Leader:
Great Kai and J.J. (1961 Impulse)
Incredible Trombones (1961 Impulse)
The Kai Winding Trombones (1963 Jazz Vault)
Danish Blue (1977 Glendale)
mit Giants of Jazz: Giants of Jazz (1971 Atlantic)
mit Curtis Fuller: Giant Bones at Nice (1980 Ahead)
als sideman:
Miles Davis: Birth of the Cool (1949 Capitol)
Thema / Solo J.J. Johnson (linker Kanal)
/ Solo Kai Winding (rechter Kanal) "Trixie" (J.J. Johnson & Kai Winding
- The great Kai & J.J., 1960 Impulse)
Trummy Young
Trummy (James Osborne) Young
12 Jan 1912 (Savannah, GA/USA) - 10 Sep 1984 (San Jose, CA/USA)
Trummy Young war ein unterbewerteter, dennoch einflussreicher Posaunist,
der 1928 oder 1929 in Washington D.C. begann, mit Booker
Coleman & Hot Chocolates professionell zu spielen. Ab 1933 spielte
er für vier Jahre mit Earl Hines, in
der Periode von 1938 bis 1943 mit dem Jimmy Lunceford
Orchestra (dem er mit "Margie" als
Sänger zu einem großen Erfolg verhalf), welches er verließ,
um seine eigene Band zu gründen, mit der er bis 1947 auftrat. In 1944
tourte Young mit Norman Grantz' "Jazz at the
Philharmonic", etwas später hatte er ein paar Engagements bei Benny
Goodman.
Seit 1952 begann er dann bei Louis Armstrongs
Band als Nachfolger
Jack Teagardens ein
Engagement, das 12 Jahre andauerte - inkl. eines Dutzend Europa-Tourneen
und der Mitwirkung im Film "High Society"
- und Youngs Spielweise nach und nach popularisierte und banalisierte.
In den 70er und 80er Jahren war Young mit zahlreichen Jazzcombos unterwegs,
dabei spielte er oftmals in der World’s Greatest
Jazz Band.
Nach seinem Umzug nach Hawaii - "The best part is, I enjoyed it all immensely!" (YOUNG) - erlitt Young 1984 eine Hirnblutung, der er einen Tag nach seinem letzten Konzert erlag.
Young selbst nannte Armstrong und Harrison
als Einflüsse und arbeitete hart an einem scharfen, brillianten sound,
wie er selbst betonte. Seine soli waren nicht nur sehr energiegeladen,
sondern wurden ab und an aufgrund des äußerst hohen Registers
für Trompetensoli gehalten. Nicht umsonst nennt BERENDT
(1992) ihn das 'Scharnier' zwischen Swing und Bebop.
Youngs Balladen standen in bedeutender Konkurrenz zu denen Dorseys.
ausgewählte Aufnahmen:
als sideman:
Louis Armstrong and His All-Stars - The California Concerts (1992 Decca)