3.3 Ausgewählte Musiker: M-Q
Tom Malone - Albert Mangelsdorff - Glenn Miller - Miff Mole - James Morrsion - Tricky Sam Nanton - Papa Bue - Julian Priester

Tom "Bones" Malone
Tom [Thomas Hugh] Malone

16 Jun 1947 (Hattiesburg, MI/USA)

Malone begann im Alter von fünf Jahren mit der Geige, was ihn derart langweilte, dass er mit zehn Jahren auf Tuba umsattelte, um in Marching Bands zu spielen. Später studierte er an der North Texas State University. Malone ist extrem vielseitig und arbeitet sowohl im Klassik-, Rock- als auch Jazz-Sektor; schon als Student spielte er u.a. mit Les Elgart, den Supremes, Marvin Gaye, den Temptations und Gladys Knight. Nach seiner Graduation arbeitete Malone in den Bands von Woody Herman (1969), Duke Pearson (1970) sowie Louie Bellson (1971). 1973 dann spielte er nicht bei nur Blood, Sweat & Tears, sondern begann zudem eine 15jährige intensive Phase des Zusammenarbeitens mit Gil Evans - der Malone derart stark musikalisch beeinflusste, dass er Evans sogar als seinen musikalischen Vater bezeichnet - bis zu dessen Tode; mit Gil Evans nahm Malone sieben Alben auf und unternahm Tourneen durch Europa, Japan und den Fernen Osten.

In den 70er Jahren begann Malone, für die Saturday Night Live Show - bis 1985 - zu arrangieren (und ihr 1981-85 vorzustehen), woraus sich später die Zusammenarbeit mit den "Blues Brothers" Dan Aykroyd und John Belushi entwickelte. Seit Nov 1993 spielt Malone mit den Saturday Night Live Veteranen Paul Schaffer (keyb) und Will Lee (b) im CBS Orchestra für David Letterman's Late Show, für die er schon vorher ca. 25 Arrangements beigesteuert hatte.

Hinzu kommen u.a. Engagements bei Frank Zappa, James Brown, Pink Floyd, Paul Simon und Diana Ross neben diversen TV-Shows für CBS (u.a. die CBS-Titelmelodie für die Olympischen Spiele 1992) sowie Filmmusiken (u.a. Footloose, Sister Act)

Malone gilt nicht nur als außerordentlich vielseitiger, sondern auch extrem flüssiger und gescheiter Bläser. Zudem ist er nicht nur auf die Posaune beschränkt, sondern spielt allgemein Blech (Horn, Euphonium, Trompete etc.) sowie diverse Flöten und Saxophone. Neben seiner Tätigkeit als aktiver Musiker, Arrangeur, Komponist und Produzent gilt Malone noch in seinen clinics als feiner Pädagoge.
 

ausgewählte Aufnahmen:

als leader:
Standards of Living (1991 Big World)
Eastern Standard Time (1993 Amazing)

als sideman:
Billy Cobham - A Funky Thide of Sings (1975 Atlantic)
The Average White Band - Warmer Communications (1978)
Jan Akkerman - 3 (1980)
The Blues Brothers - Blues Brothers [Original Motion Picture Soundtrack] (1980)
Lou Reed - New Sensations (1984)
Footloose - Original Motion Picture Soundtrack (1984)
Pat Metheny - Secret Story (1992)


Albert Mangelsdorff

5 Sep 1928 (Frankfurt am Main, D)

Mangelsdorff studierte - als jüngerer Bruder des Altsaxophonisten Emil Mangelsdorff - erst Geige und arbeitete als Jazzgitarrist, bis er 1948 zur Posaune kam: "Es muß Ende '47 gewesen sein, daß mir ein Kollege, der Bassist Kurt Dori, [...] günstig eine Posaune besorgte. Nach ein paar Wochen des Rumprobierens habe ich mir gleich einen Lehrer gesucht, denn es hat einem jeder den Rat gegeben: Wenn du Posaune anfängst, nimm sofort Unterricht
[...] In Fritz Stähr, dem Soloposaunisten der Frankfurter Oper, fand ich einen Lehrer, der sich sehr um mich kümmerte. [...] Es war nur so, daß ich zwischendurch immer mal wieder den Mut verlor. Die Posaune ist halt doch ein sehr schweres Instrument, auf dem man nur ganz langsam vorwärts kommt" (MANGELSDORFF).
So spielte er mit dem Pianisten Joe Klimm (1950), den Hans Koller New Jazz Stars (1953/54), den Frankfurt All Stars (1955/56) und in Hardbop-Quintetten um Joki Freund (1955-58). In den 50er Jahren war Mangelsdorff reguläres Mitglied des Radio-Tanzorchesters des Hessischen Rundfunks (hr) in Frankfurt/M.; 1957 nahm er eine Duo-Platte mit Attila Zoller auf, 1958 trat er mit Marshall Brown‘s International Youth Band beim Newport Jazz Festival auf: "Die Teilnahme am Newport-Jazzfestival 1958 war ein wichtiges Erlebnis, fast ein Einschnitt in meiner Entwicklung, allein schon durch die vielen Musiker, denen man begegnete und die Gespräche, in denen mir immer bewußter wurde - ich dachte damals ohnehin schon in dieser Richtung -, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu suchen und nicht irgendein Vorbild zu kopieren" (MANGELSDORFF).
Vom selben Jahr an agierte Mangelsdorff quer durch Europa als leader eigener Quartette und Quintette - sowhl in Konzerten als auch im Radio/Fernsehen - bis hinein in die 80er Jahre. Mit John Lewis nahm er 1962 das Album „Animal Dance“ auf, das ihm international einen großartigen Ruf einbrachte. Nach einer Asien-Tournee im Auftrage des Goethe-Institutes nahm er 1964 mit dem Sitar-Spieler Ravi Shankar das Album „New Jazz Ramwong“ auf, auf dem er Elemente indischer Musik verarbeitete; auch tourte er durch die USA sowie Südamerika. In Mainz wird 1965 seine „Anleitung zur Improvisation für Posaune“ verlegt.
1972 begann Mangelsdorff mit Soloprogrammen; 1977 nahm er mit einem Trio aus Barre Phillips, John Surman und Stu Martin (dr) ein Album auf. Des weiteren arbeitete er mit großen Gruppen wie dem Globe Unity Orchestra (seit 1967 bis in die 80er), Free Sound & Super Brass (1975/76) und dem United Jazz + Rock Ensemble (1975-2002).
Im Jahr 1980 gewinnt Mangelsdorff die Downbeat Critics Poll. In den 80er Jahren wurde Mangelsdorff einer der führenden Persönlichkeiten innerhalb der „Union Deutscher Jazzmusiker“, leitete die 90er Jahre hindurch das Jazzfest Berlin und führt zusammen mit Jean-Francois Jenny-Clark ein deutsch-französisches Ensemble an.

Allgemein gilt Mangelsdorff als einer der wichtigsten Jazzposaunisten überhaupt. Wie viele deutsche Jazzer war auch er anfangs vom Cool bzw. West Coast Jazz á la Lee Konitz und Lennie Tristano beeinflusst; später entwickelte er einen höchst individuellen Stil innerhalb des Free Jazz: Melodien mit besonders großem Tonumfang.
Neben bestechender Technik ist Mangelsdorff der wohl innovativste Posaunist bzgl. des Gebrauchs der multiphonics - einer Spielweise, bei der gewöhnlich ein eher tieferer Ton aktuell auf der Posaune gespielt wird, während ein darüber liegender gleichzeitig gesungen wird, was – bedingt durch das laute Mitschwingen von Obertönen – zu Akkorden führt.
 

ausgewählte Aufnahmen:

als leader:
mit John Lewis: Animal Dance (1962 Atlantic)
Duos mit Don Cherry, Lee Konitz, Elvin Jones, Wolfgang Dauner: Albert Mangelsdorff and his friends (1967-69 MPS)
Trombirds (1972 MPS)
Solo (1982 MPS)
Purity (1990 mood)
Mangelsdorff-Dauner-Quintett: Hut ab! (1997 mood)

als sideman:
United Jazz +  Rock Ensemble: Live in Berlin (1981 mood)
United Jazz +  Rock Ensemble: United Live Opus sechs (1984 mood)

Ausschnitt aus "Herr Adabei" (Albert Mangelsdorff - Purity, 1990 mood)
Ausschnitt aus "The Horn is a Lady" (Albert Mangelsdorff - Purity, 1990 mood)


Glenn Miller
(Alton) Glenn Miller

1 Mar 1904 (IA/USA) - 15 Dec 1944 (Ärmelkanal)

Miller wuchs in Fort Morgan, CO auf, wo er auch mit dem dort ansässigen Boyd Senter Orchestra 1921 erste musikalische Erfahrungen machte. Nach einem kurzen Zwischenspiel an der Universität von Colorado trat er Ben Pollacks Band an der Westküste der USA bei. Nach dem Umzug mit Pollack nach New York im Jahr 1928 arbeitete er als freischaffender Künstler und ab und an mit Red Nichols, Smith Ballew und den Dorsey Brothers (als Arrangeur und Posaunist).
Im Winter 1934/35 sollte Miller für Ray Noble eine Band zusammenstellen, in welcher er sowohl als Instrumentalist, als auch Arrangeur mitwirkte. Am 25. April 1935 spielte Glenn Miller die ersten vier Titel unter seinem eigenen Namen bei Columbia ein. Das erste richtige eigene Orchester mit dem typischen "Glenn Miller sound" (vier Saxophone plus führender Klarinette) stellte er im März 1937 zusammen - mit Aufnahmen für Decca und Brunswick sowie einigen ersten Konzerten. Im März 1938 stellte Miller seine Band neu zusammen, u.a. mit Tex Beneke und Ray Eberle besetzt, und spielte drei Monate später ein zweiwöchiges Engagement im New Yorker Paradise Restaurant.

Der endgültige Durchbruch gelang der Miller-Band mit dem Engagement im "Glen Island Casino" in New Rochelle, NY, die damit über Nacht in den ganzen USA bekannt wurde. Es folgten zwei Filme der 20th Century Fox zwei Filme  - "Sun Valley Serenade" (1941) und "Orchestra Wives" (1942) - neben äußerst populären Radiosendungen für den Zigarrettenhersteller Chesterfield zwischen dem 17 Dez 1939 und 24 Sep 1942.

Im Oktober 1942 meldete sich Glenn Miller aus patriotischem Gestus als Captain zur Army, wo er eine qualitativ hochwertige Tanzband zur Truppenbetreuung zusammenstellte. Ab Juni 1944 wirkte die "US Army Air Force Band" unter Leitung Millers in England bei hunderten von Radiosendungen mit, darunter einige - deutschsprachige - propaganda broadcasts.

Miller verstarb bei einem bislang nicht näher geklärten Absturz auf dem Fluge von Bedford/London nach Paris, um im dortigen "Olympia" ein Engagement vorzubereiten.

Millers Verdienste ist v.a. der, einem der bekanntesten und beliebtesten Tanzorchester der Swing-Ära vorgestanden zu haben, das besonders aufgrund der präzisen Aufführungsweisen handwerklich geschickter Arrangements des Perfektionisten Miller, weniger aufgrund eines antreibenden swing-feels oder herausragender Soli (Bobby Hackett gilt als Millers einziger wichtiger Solist), so erfolgreich war. In 1943 veröffentlichte Miller seine eigene "Method for Orchestral Arranging".
 

ausgewählte Aufnahmen:

The Carnegie Hall Concert (1939 Bluebird/RCA)
Secret Broadcasts (1944 RCA)


Miff Mole
Miff [Irving Milfred] Mole

11 Mar 1898 (Roosevelt, NY/USA) - 29 Apr 1961 (New York, USA)

Bevor Mole zur Posaune griff, spielte er Geige, Althorn und Klavier. Moles erster Kontakt mit dem Jazz bestand in den Plattenaufnahmen der Original Dixieland Jazz Band – den ersten Aufnahmen dieses Stils überhaupt – mit Edwin „Eddie“ Edwards an der Posaune. Von diesem sound fasziniert imitierte Mole bei Auftritten in New York City, was er gehört hatte. Mole nahm mit etlichen Formationen aus New Yorker Musikern – z.B. den Original Memphis Five des Trompeters Phil Napoleon oder den Ladd’s Black Aces - Hunderte von Stücken auf.
Zusammen mit dem Kornettist Red Nichols begann 1925 eine fünfjährige Schaffensperiode, die so exzellente Bands wie Red Nichols & His Five Pennies oder Miff Mole & His Little Molers hervorbrachte. Außerdem wurde Mole während dieser Zeit der Posaunist der Studioband des Radiosenders WOR und wirkte ab 1929 bei mehreren Aufnahmen in den NBC Studios mit.
Ab 1938 spielte Mole mit dem damals sehr bekannten Paul Whiteman Orchestra, musste zwei Jahre später wegen gesundheitlicher Probleme diese Band jedoch wieder verlassen. Im Jahr 1943 spielte er ab und an im Benny Goodman Orchestra, um dann zum Jazz kleinerer Besetzungen zurückzukehren, u.a. mit Muggsy Spanier.
Seine Gesundheit machte ihm in den 50er jahren schwer zu schaffen, dennoch arbeitete er sporadisch bis zu seinem Tode.

Mole war das (weiße) Gegenteil von Kid Ory – sein Stil war eher technischer und von glänzenderem sound geprägt. So vermied er glissandi und growls, so wie Ory sie im tailgate-Stil bevorzugte, sondern bevorzugte präzisere Ausführung, große Sprünge sowie kurze rhythmische Figuren.
 

ausgewählte Aufnahmen:

als leader:
mit Red Nichols: Davenport Blues (1927 Victor), Slippin' Around (1927 Victor)
Crazy Rhythm (1928 Okeh)

als sideman:
Eddie Condon - A good man is hard to find (1940 Commodore)


James Morrison

11 Nov 1962 (Australien)

Morrison gilt als musikalisches Phänomen, der mit Leichtigkeit das tut, wofür andere hart arbeiten, wenn es um Musik geht. Im Alter von sieben Jahren begann Morrison, hineingeboren in eine sehr musiklaische Famile, auf dem Kornett in der schuleigenen Brass Band, wo er auch ersten simplen, einführenden Unterricht bekam. Morrison selbst behauptet von sich, dass er nicht wirklich großartig übe, sondern denkt, dass das Spielen an sich - besonders zusammen mit anderen, wie auf Jam Sessions - das beste Üben sei.
Mit 13 Jahren dann machte Morrison erste Schritte am New South Wales Conservatorium of Music (wobei Morrison behauptet, das eigentliche Studium während dieser Zeit allnächtlich im Paradise Jazz Cellar in Sydney betrieben zu haben); 1980 folgte neben dem Abschluss in Jazz - und einem vierjährigen Lehrauftrag am selben Konservatorium - sein US-Debüt beim Monterey Jazz Festival.

Die Lockerheit Morrisons bei seinen Auftritten wird nicht zuletzt unterstützt durch die Beherrschung verschiedener Instrumente neben der Posaune: Trompete (bekannt ist Morrison insb. für seine Posaunen-Trompeten-Duelle, fours, mit sich selbst), Kontrabass, Saxophon, Klavier. Auf seinem 1991er Album "Snappy Doo" spielte Morrison im overdubbing-Verfahren die vier Trompeten, vier Posaunen, fünf Saxophone und das Klavier kurzerhand selbst ein.
 

ausgewählte Aufnahmen:

Swiss Encounter: Live at the Montreuy Jazz Festival (1988 East West)
Postcards from Down Under (1989 Atlantic)
Snappy Doo (1991 Atlantic)


Tricky Sam Nanton
Joe „Tricky Sam“ Nanton

1 Feb 1904 (New York, NY/USA) - 20 Jul 1946 (San Francisco, CA/USA)

Nanton gilt als der vielleicht am meisten imitierte Posaunist Ellingtons. Der Stil, den Nanton entwickelte, war mitverantwortlich für den typischen „jungle style“ der frühen Ellington Band. Nanton war einer der ersten, die einen Toilettenpümpel (plunger) als Dämpfer (mute) benutzen, was er sich vom Trompeter Johnny Dunn - andere Quellen geben Bubber Miley an - abgeguckt haben soll. Der hochentwickelte Gebrauch dieses Dämpfers soll bei Nanton sogar die menschliche Stimme nachgemacht haben, wobei bei einigen von Nantons sound-Effekten stets unklar geblieben ist, wie er diese produzierte – wahrscheinlich wurden sie zum Teil durch Zungen- und Kieferstellung, zum Teil aber auch durch unterschiedliche Winkel und Positionen des Dämpfers selbst erzeugt.

Der harmonische, melodische sowie rhythmische Aspekt seines Stils hatte unverkennbar seine Wurzeln im Blues. Oftmals bestanden Nantons soli nur aus einigen wenigen Noten, die allerdings mit einer solchen rhythmischen und melodischen Überzeugungskraft ausgestattet waren, dass das solo allein hierdurch seinen tiefen Eindruck auf den Hörer hinterließ.

Seine professionelle Karriere begann Nanton mit dem Pianisten Cliff Jackson im Jahre 1921 und arbeitete von 1923 bis 1925 mit den Earl Frazier’s Harmony Five. Zu Duke Ellingtons Band, in der er mit Juan Tizol und Lawrence Brown die berühmte trombone section bildete, gesellte er sich 1925 - u.a. spielte er mit Tizol 1931 bei Ellingtons „Creole Rhapsody“ das erste Posaunen-Duett ein -, wo er bis zu einem Schlaganfall bleiben sollte. Nach einer kurzen Phase der Erholung kehrte er zu Ellington zurück, verstarb jedoch bald darauf in 1946 während einer Tour entlang der US-amerikanischen Westküste.
 

ausgewählte Aufnahmen:

als sideman (mit Duke Ellington):
Harlem Flat Blues (1929 Brunswick)
Saddest Tale (1934 Brunswick)
Ko-Ko (1940 Victor)
Bojangles / A Portrait of Bert Williams (1940 Victor)


Papa Bue
Arne Bue Jensen

8 Mai 1930 (København/DK)

Jensen gilt als exzellenter Dixieland-Posaunist, der seit Jahrzehnten in Dänemark aktiv ist; u.a. nahm er mit der Bonanza Jazz Band, Chris Barber, dem Pianisten Adrian Bentzon und dem Klarinettisten Henrik Johansen auf, bevor er seine eigene Band gründete: die Papa Bue's Viking Jazz Band, die ursprünglich in einer Kneipe im dänischen Nyhavn im Jahr 1956 entstand, und mittlerweile als Institution in der dänischen Jazzwelt gilt; in den Jahren 1956-58 hatte sie den simplen Namen New Orleans Jazz Band.
Das Orchester, welches sich dem traditionellen Jazz verschrieben hat, hat weltweit Auftritt bestritten. In den 60er und 70er Jahren, als die Papa Bue´s Viking Jazzband in dem heute nicht mehr existierenden Jazzrestaurant "Vingarden" in Kopenhagen gastierte, konnte das Orchester eine ganze Reihe amerikanischer "Jazz-Greats" als Solisten präsentieren, u.a. George Lewis, Edmond Hall, Charlie Shavers, J.C. Higginbotham, Ben Webster, Champion Jack Dupree, Albert Nicholas, Art Hodges und Wingy Manone.
 

ausgewählte Aufnahmen:

A Tribute to Wingy Manone (1967 Storyville)
25th Anniversary Session (1981 Viking)

Solo über "My Monday Date" (Various artists - Dixieland Forever, 1996 Bell)


Åke Persson

Solo über "New Box" (The Kenny Clarke - Francis Boland Big Band - Sax No End, 1967 MPS)


Julian Priester
Julian (Anthony) [Mtoto, Pepo] Priester

29 Jun 1935 (Chicago, IL/USA)

Als Kind begann Priester mit dem Klavier, lernte im Teenager-Alter erst Euphonium und stieg dann kurze Zeit später auf die Posaune um.

Er spielte Blues mit Muddy Waters, R’n’B mit Bo Diddley, trat 1954 dem Ensemble von Sun Ra bei, welches er nach zwei Jahren wieder verließ, um mit Lionel Hampton auf Tournee zu gehen. Nach einem Jahr Zusammenarbeit mit Dinah Washington ging Priester nach NYC; 1958 gesellte er sich zum Schlagzeuger Max Roach, in dessen pianoloser Gruppe er u.a. mit Booker Little, Clifford Jordan, Eric Dolphy und Abbey Lincoln spielte.
Die Gruppe um Roach, die stets recht progressiv und politisch wirkte, verließ er dann, um freischaffend im Studio oder auch in Orchestern zu arbeiten. Für ein halbes Jahr (1969/70) war er Mitglied bei Duke Ellington und gehörte 1970-73 zum Sextett von Herbie Hancock, während letztgenannter Zugehörigkeit nahm er auch den Suaheli-Namen Pepo Mtoto an und spielte eine geschmackvolle JazzRock-Posaune.
Später - wieder akustische Posaune spielend - lebte Priester in San Fransisco, wo er u.a. mit Stanley Cowell (1977/78) und dem Quintett um Red Garland (1979) aufnahm. 1983/84 spielte er bei Aufnahmen von Dave Holland mit, 1983 bei der George Gruntz Big Band.

Priester gilt als flexibler und experientierfreudiger Posaunist, mit einem warmen, sehr großen Ton.
 

ausgewählte Aufnahmen:

als leader:
Spiritsville (1958 Jazzland)
Polarization (1977 ECM)

als sideman:
Sun Ra - Super Sonic Jazz (1955 Saturn)
Max Roach - We insist! Freedom Now Suite (1960 Candid)
Max Roach - Percussion Bitter Sweet (1961 Impulse)
Max Roach - It’s Time (1961 Impulse)
Herbie Hancock - Mwandishi (1970 Warner Brothers)
Red Garland - Strike up the Band (1979 Galaxy)

Solo über "Once in a while" (Various artists - Trombone Jazz, 1960/2002 ZYX)
Thema/Solo "Another Valley" (Max Roach & His chorus and His orchestra - It's time, 1961 Impulse)


Inhalt - 1. Einleitung - 2. Jazzgeschichte (traditional - modern - postmodern) - 3. Musiker (A-F, G-L, M-Q, R-Z) - 4. Quellen

Mar 2003
updated: Apr 2003
Axel Koch