Solo über "But not for me" (Various artists - Trombone Jazz, 1956/1990
Fantasy)
Urbie
Green
Urbie [Urbam Clifford] Green
8 Aug 1926 (Mobile, AL/USA)
Der ausgezeichnete Posaunist Green mit seinem robusten und ungewöhnlich
vollem Ton - selbst im hohen Register - verbrachte den Großteil seiner
Karriere, die er im Alter von 12 begann, im Studio, wo er immer wieder
gezeigt hat, dass ein erdiges jazz-feeling nicht im Widerspruch
zu einer nahezu perfekten Technik am Instrument stehen muss.
Schon als Teenager spielte er in den Big Bands von Tommy
Reynolds, Bob Strong und Frankie
Carle, von 1947-50 arbeitete er dann mit Gene
Krupa. Nach dem Mitwirken in Woody Herman’s
Third Herd war er bei Jam Sessions mit Buck
Clayton (1953-54) und ab und an bei Benny
Goodman (1955-57) beschäftigt. 1963 spielte er bei Count
Basie und stand 1966-67 der Tommy Dorsey Ghost
Band vor, größtenteils war er jedoch etwa bis 1963 im
Studio - für Blue Note, Vanguard, Bethlehem, ABC Paramount bzw. tanzbandorientierte
Alben von RCA und Columbia - tätig. 1976-77 nahm er noch einmal zwei
Alben für CTI auf.
ausgewählte Aufnahmen:
New Faces, New Sounds (1953 Blue Note)
Lyrical language of Urbie Green (1955 Bethlehem)
Let’s Face The Music And Dance (1957 RCA)
The Fox (1976 CTI)
Senor Blues (1977 CTI)
"Ode to Billie Joe" (Urbie Green - Just Friends. Live at e.j.'s , 1981/1996
Intermusic/Movieplay)
Al Grey
Al(bert Thornton)
6 Jun 1925 (Aldie, Virginia/USA) - 24 Mar 2000 (Scottsdale, AZ/USA)
Hineingeboren in eine musiklaische Famile wuchs Grey in Pottstown in
Pennsylvania (USA) auf; während des Zweiten Weltkrieges war er Mitglied
einer Navy Band.
Nach dem Militärdienst spielte er bei den Orchestern von Benny
Carter (1945/46) und Jimmie Lunceford
(1946/47), nach dessen Tod er in NYC bleiben sollte. Nach den Arbeiten
mit Lucky Millinder und Lionel
Hampton (unregelmäßig in 1948-53) war Grey oft als Solist
bei Dizzy Gillespies Globe Trotting Orchestra
(1956/57) eingesetzt. Mehrmals war er Mitglied bei Count
Basies Band (1957-61, 1964-66, 1971-77); zwischendurch leitete er
ab 1961 mit Billy Mitchell zusammen ein Sextett,
um dann seine eigene, eher erfolglose, Band anzuführen. 1974 tourte
er mit "Jazz at the Philharmonic"; seit 1977 war er häufig in kleinen
Formationen in den USA und in Europa zu hören; u.a. nahm er 1985 an
einer Jam Session im Village Vanguard als Teil des New Yorker Kool Jazz
Festivals teil und leitete, ebenfalls in New York, mit Al
Cohn ein Quintett.
Grey gilt als extrem vielseitiger Interpret - nicht zuletzt aufgrund
seines Rufes als Big Band Veteran - mit ausgeprägtem Sinn für
Humor. Besonders herausragend ist Greys Spiel mit dem plunger-Dämpfer.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
mit Billy MItchell: Al Grey with Billy Mitchell (1961 Argo)
Struttin' and Shoutin' (1976 Columbia)
mit J.J. Johnson: Things are Getting Better all the Time (1983 PT)
als sideman:
Lionel Hampton - Rag Mop (1949 Decca)
Count Basie - The Great Concert of Count Basie and his Orchestra (1966
Festival)
Count Basie - Basie Jam No. 2 (1976 Pablo)
Count Basie - Prime Time (1977 Pablo)
Solo über "She's still out there" (Trombone Summit - Smooth Talk,
1990 Zounds)
Slide Hampton
Slide [Locksley Wellington] Hampton
21 Apr 1932 (Jeannette, PA/USA)
Der Posaunist, Arrangeur und Komponist Hampton wuchs in Indianapolis
(USA) auf und wurde Teil einer ersten Band - bestehend aus Familienmitgliedern
-, als er 14 Jahre alt war. Erste große Auftritte waren mit Buddy
Johnson (1955-56) und kurz darauf, nach seinem Umzug nach New York,
wo er auch erste Kompositionen verfasste, für ein Jahr mit Lionel
Hampton. Nach Arbeit bei
Maynard
Ferguson 1957-59 - wo er u.a. Titel wie "The
Fugue", "Three
Little Foxes" and "Slide's
Derangement" komponierte - formierte
Hampton sein eigenes Oktett, u.a. bestehend aus Freddie
Hubbard, Booker Little, Julian
Priester und George Coleman. Zu dieser
Zeit war Hampton zudem musikalischer Leiter der Big Band, die R&B-Sänger
Lloyd
Price begleitete.
Im Jahr 1968 reiste er mit Woody Herman
nach Europa, wo er sich für beinahe ein Jahrzehnt niederlassen sollte
und entweder als Solist oder Bandleader arbeitete.
Nach seiner Rückkehr in die USA 1977 trat Hampton oft in Clubs
auf und arbeitete mit verschiedenen Ensembles. Es entstand so auch „World
of trombones“, eine Band bestehend aus neun Posaunisten und Rhythmusgruppe.
Auch dirigierte Hampton das Collective Black Artists
Orchestra und das Manhattan Plaza Composers
Orchestra. Zusammen mit Jimmy Heath,
Kenny
Barron, Ron Carter und Art
Taylor gründete Hampton das Quintett
Continuum,
das sich der Musik Tadd Damerons verschrieben
hatte. Außerdem war er in den 90er Jahren beteiligt an mehreren Dizzy
Gillespie Tribut Projekten.
Um einen sehr großen, weiten sound zu bekommen, nutzt der
Linkshänder Hampton ein Instrument mit – im Vgl. zu anderen Posaunisten
- deutlich größerer Bohrung, was in einem warmen und dunklen
Ton resultiert. Typisch für Hampton sind kurze melodische oder rhythmische
Motive. Weiterhin zeichnen ihn eine exzellente Ausdauer, ein hohes Register
sowie das Beherrschen schneller tempi aus.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Sister Salvation (1960 Atlantic)
Explosion! The Sound of Slide Hampton (1962 Atlantic)
World Of Trombones (1979 Black Lion)
Roots (1985 Criss Cross)
Dedicated to Diz (1993 Telarc)
Exodus (2001 Verve)
als sideman:
George Benson - 20/20 (1984)
Dee Dee Bridgewater - Dear Ella (1997)
Solo über "Con Alma" (Slide Hampton - World of trombones, 1979 Black
Lion)
Solo über "Lament" (Slide Hampton - World of trombones, 1979 Black
Lion)
Jimmy Harrison
Jimmy [James Henry] Harrison
17 Okt 1900 (Louisville, KY/USA) - 23 Jul 1931 (New York, NY/USA)
Ein anderer Posaunist, der sowohl im Alten Stil, wie auch im Swing spielen konnte, war der Autodidakt Jimmy Harrison, der im Alter von 15 Jahren erstmals zu seinem Instrument griff. Erste Auftrittserfahrungen machte er mit Duos und Trios in Karneval-Bands (minstrel shows), ungewöhnliche Konstellationen, die halfen, seine Technik zu entwickeln, welche ihm wiederum legato-Melodien im hohen Register – ähnlich eines Trompeters – ermöglichte. Danach spielte er mit Charlie Johnson und Sam Wooding in Atlantic City, NJ, u.a. in Detroit und mit June Clark und James P. Johnson in Toledo, OH.
1922 (1923?) ging Harrison nach NYC, um Arbeit zu finden, was ihn schlussendlich - u.a. nach Engagements bei Fess Williams, danach in Charlie Smiths Band, Duke Ellington sowie Elmer Snowden - im Jahre 1927 zu Fletcher Hendersons Band, einer der ersten erfolgreichen Big Bands, brachte. Zwar wurde Harrison erst gefeuert, da er nicht gut Noten lesen konnte, jedoch wurde er wegen seiner solistischen Fähigkeiten kurzerhand wieder eingestellt; zudem war er ein guter Showmann im Vaudeville-Stil, was auf seine ersten Karnevalserfahrungen zurückgeht.
Allerdings war Harrisons Karriere nur von kurzer Dauer, er starb 1931 im Alter von 30 Jahren, da er sich von einer Magenkrebsoperation ein Jahr zuvor nie mehr erholen sollte.
Harrison wurde nachgesagt, er sei von Teagarden
beeinflusst. Das selbe wurde andersherum jedoch auch von Teagarden
behauptet. Die beiden spielten oft zusammen und galten als sehr gute Freunde.
Sein Stil entwuchs der alten New Orleans Tradition: Ähnlich Teagarden
bediente sich auch Harrison einem terminalem vibrato, wobei sein
Ton stets intensiv aber ein wenig eng bzw. klein war. Vor allem aufgrund
seiner frechen Ideen und flexiblen Technik galt harrison als "Vater der
Swing-Posaune".
ausgewählte Aufnahmen:
als sideman:
Fletcher Henderson - I'm coming Virgina (1927 Columbia), Somebody loves
me (1930 Columbia)
Chocolate Dandies - Bugle Call Rag/Dee Blues (1930 Columbia)
1
Nov 1959, Oklahoma (USA)
Herwig ist einer der bekanntesten jungen, progressiven
New Yorker Posaunisten. Er nahm oder trat mit einer Anzahl bekannter Größen
auf, darunter u.a. Joe Henderson (sax), Jack
DeJohnette (dr), Dave Valentin (fl)
und Paquito D'Rivera (sax). Das Jazz-Studium
an der University of North Texas muss ihn vorzüglich auf einen Job
als Big Band Spieler vorbereitet haben, begann er seine professionelle
Karriere doch Anfang der 80er Jahre in Clark Terrys
Big Band, um später u.a. bei Leadern zu spielen wie
Buddy
Rich, Toshiko Akiyoshi und Mel
Lewis.
In den 90er Jahren entwickelte sich Herwig immer stärker zum äußerst
gefragten sideman bzw. Soloposaunisten und fand immer größeren
Gefallen an Latin-basierter Musik.
Darüber hinaus gilt Herwig als guter Pädagoge, der verschiedentlich workshops in aller Welt gibt. Derzeit (2000) unterrichtet Herwig am William Patterson College in New Jersey (USA).
Geschätzt wird er v.a. für seine überdurchschnittlich
flüssige Technik, hierbei besonders für sein starkes hohes Register
gepaart mit großer Ausdauer. Seine Soli gelten ausnahmslos - ähnlich
John
Coltrane - als höchst energiegeladen und kreativ; das harmonische
Gerüst besteht oft auf Pentatonik, Ganztonleitern und verminderten
Skalen.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
With Every Breath (1987 Ken Music)
New York Hardball (1989 Ken Music)
The Amulet (1991 Ken Music)
New York Breed (1996 Double-Time)
Osteology (1999 Criss Cross)
Unseen Universe (2000 Criss Cross)
Shades of Light (2002 Steeplechase)
als sideman:
Toshiko Akiyoshi - Wishing Peace (1986)
Walt Weiskopf Nonet - Song for my mother (1996 Criss Cross)
Walt Weiskopf Sextet - Sleepless nights (1997 Criss Cross)
Thema/Solo "Inner Loop" (Walt Weiskopf - Sleepless nights, 1997 Criss Cross)
J.J. Johnson
J.J. [James Louis] Johnson
22 Jan 1924 (Indianapolis, USA) - 4 Feb 2001 (Indianapolis, USA)
Im Alter von neun bis elf Jahren lernte Johnson Klavier bei einem Kirchenorganisten;
mit 14 griff er dann zur Posaune. In den Jahren 1941/42 tourte er mit Bands
unter der
Leitung
Clarence
Love und Isaac „Snookum“ Russell, dessen
Trompeter Fats Navarro großen Einfluss
auf Johnsons Spielweise hatte. Von 1942 bis ’45 war Johnson Mitglied des
Benny
Goodman Orchestras, mit dem er tourte, ein paar Arrangements schrieb
und zahlreiche Radioshows spielte. Sein erstes aufgenommenes Solo war das
über „Love for sale“ (1943).
Bis zum Mai 1945 spielte Johnson bei Count Basie
- größtenteils in NYC, wohin er Mitte 1946 übersiedelte,
um für die nächsten Jahre mit kleinen Gruppen in diversen Clubs
mit Bebop-Größen wie u.a. Bud Powell,
Max
Roach, Miles Davis,
Fats
Navarro, Charlie Parker und Dizzy
Gillespie zu spielen.
Unter Oscar Pettiford tourte Johnson 1951
durch Korea, Japan und den Südpazifik; 1952 tourte er mit einer All-Star
Band, der u.a. Miles Davis angehörte.
Aufgrund der schlechter werdenden eigenen finanziellen Situation arbeitete
Jonson als Inspekteur bei der Sperry Gyroscope Company und trat somit nur
sporadisch auf.
Im August 1954 gründete Johnson zusammen mit Kai
Winding ein Duo namens „Jay and Kai“,
das bis 1956 intakt bleiben und extrem erfolgreich sein sollte - und somit
Johnson einem breiteren Publikum bekannt machte. Neben dem mittlerweile
ergatterten Ansehen als führender Jazzposaunist zog er nun auch durch
sein Werk „Poem for Brass“ (alias „Jazz
Suite for Brass“) Aufmerksamkeit als Arrangeur auf sich. Viele seiner
mit Sinn und Verstand orchestrierten Werke enthalten sowohl fugato-Passagen
und choralartige „out of tempo“-Elemente als auch konventionelle
Swing-Teile.
Nach der Auflösung von „Jay and Kai“ leitete Johnson sein eigenes Quintett bis zum Sommer 1960, tourte durch Europa und komponierte groß angelegte Arbeiten wie „El camino real“ und „Sketch for Trombone and Band“, welche 1959 beim Monterey Jazz Festival uraufgeführt wurden. Nebenher unterrichtete er an der Lenox School of Jazz (Massachusetts) und schrieb an einem neuen Werk: „Perceptions“ für Dizzy Gillespie.
Die 60er Jahre hindurch kombinierte Johnson seine Karrieren als Posaunist
und Arrangeur/Komponist: Er spielte mit der Miles
Davis Gruppe (1961/62), formierte seine eigene Band (1963) und leitete
während einer Japan-Tournee ein eigenes Sextett u.a. mit Clark
Terry und Sonny Stitt. Bis 1967 komponierte
er für die MBA Musik in NYC und hatte die Leitung inne.
Ab 1970, dem Jahr, in dem er nach Los Angeles zog, schrieb er hauptsächlich Film- und Fernsehmusiken; seine seltenen Aufnahmen und Auftritte jedoch unterstrichen weiterhin seine Bedeutung als aktiver Jazz-Posaunist. Ein paar Jahre nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Indianapolis (1987) spielte Johnson nach dem Tode seiner Ehefrau Vivian, der er daraufhin ein Album widmete, wieder häufiger. 1988 spielte er bspw. im New Yorker Village Vanguard, wo er von Slide Hampton eine Unterschriftenliste diverser Posaunisten als Zeichen ihrer Anerkennung für seine Verdienste im Jazz überreicht bekam.
Im Juni 1997 gab Johnson im Downbeat Magazin den Rückzug aus dem
aktiven Musikgeschäft bekannt, um noch an eigenen Kompositionen und
mit Joshua Berret und Louis
Bourgois III an seinem Buch namens "The Musical
World of J.J. Johnson" zu arbeiten. Johnson litt die letzten Jahre
an Krebs und schied freiwillig aus dem Leben.
Johnson gilt als bedeutendster Nachkriegs-Posaunist, der auf so ziemlich
jeden Posaunisten einen großen Einfluss hat(te). Seine frühen
Aufnahmen (etwa bis 1945) zeugen von einem dicken Ton, einer eher aggressiven
Spielweise sowie beeindruckender Beweglichkeit und ähneln durchaus
noch seinen frühen Vorbildern Lester Young,
Roy
Eldrige sowie Fred Beckett - letzterer
betonte eher die linearen Qualitäten der Posaune als das effektvolle
Einsetzen des Zuges.
Während der 40er Jahre hindurch entwickelte Johnson eine dermaßene
Schnelligkeit und technische Behrrschung des Instruments, dass viele Hörer
seiner Platten damals davon - irrigerweise - davon ausgingen, Johnson spiele
Ventilposaune: Johnsons hohes Spieltempo und die dabei dennoch weiterhin
bestehende akkurate Klarheit gelten bis dato als unerreicht.
Ab 1947 spielte Johnson mit einem etwas leiseren Ton und sparte sich
ein gelegentliches vibrato für besondere Effekte auf. Das Resultat
hieraus war ein trockener, dennoch überaus attraktiver sound,
der ein wenig an Waldhörner erinnert. Während dieser Periode
arbeitete Johnson emsig daran, die patterns aus dem Bebop auf die Posaune
zu übertragen, so dass sich seine soli immer mehr an Geschwindigkeit
und „auswendig gelernten“ Floskeln - wie z.B. der verminderten Quint (als
Bebop-typischer
blue note) - orientierten.
Sein Spiel wurde jedoch in den 50er Jahren immer ausgereifter, er legte
nun weniger Wert auf Formeln und Geschwindigkeit, dafür mehr auf eine
Skala-bezogene, modale sowie motivische Spielweise.
Über den eigenen Wandel von der Nervosität des Bebop hin zu
großer Überlegenheit und souveräner Ruhe meinte Johnson
selbst: "Ein Wechsel in der Kunst sollte nicht einfach
- wie ein Wechsel in der Mode - um der Neuigkeit willen getan werden. Neue
Musik oder neue Malerei oder neue Dichtung müssen das Ergebnis einer
neuen Denkweise in der Welt sein. Wenn sich der nächste neue musikalische
Stil entwickelt, wird er aus den Köpfen und Herzen von wirklichen
Künstlern und nicht von Opportunisten kommen" (zit. in BERENDT
1992: 279).
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
The Eminent Jay Jay Johnson, Vol. 1 (1953 Blue Note)
mit Kai Winding: Jay and Kai (1954 Savoy)
Poem for Brass (1956 Columbia)
J.J. Inc. (1960 Columbia)
Mack the Knife (1961 Columbia)
J.J.! (1964 RCA)
Vivian (1992 Concord)
als sideman:
Benny Carter: Love for Sale (1943 Capitol)
Dizzy Gillespie: Perceptions (1961 Verve)
Thema / Solo J.J. Johnson (linker Kanal) / Solo Kai
Winding (rechter Kanal) "Trixie" (J.J. Johnson & Kai Winding -
The great Kai & J.J., 1960 Impulse)
Thema/Solo über "Blue 'n' Boogie" (Dizzy Gillespie - Dizzy's Diamonds,
1992 Verve/PolyGram)
25 Dec 1890 (La Place, LA/USA) - 23 Jan 1973 (Honululu)
Der
bekannteste Posaunist des tailgate style
war wohl Kid Ory. Er begann seine musikalische Karriere 1910 in New Orleans.
Sein Stil wie auch sein großer, rauher Ton wurden die Wahrzeichen
des Dixielandsounds. Ory blies seine Noten außerordentlich perkussiv
und benutzte jede Menge
glissandi,
growls und smears.
Auch benutzte er des öfteren einen
straight mute, sowohl im
Ensemblespiel als auch als Solist. Seine soli waren zwar sowohl melodisch
als auch harmonisch einfach gehalten – oftmals z.B. einfach nur aus ein
paar wiederholte Noten bestehend -, dafür war sein Spiel außerordentlich
energiegeladen., was ihn zu einem der meistgefürchtetsten Posaunisten
in den damaligen
battles (mehr oder weniger spontane Wettbewerbe
von Musikern bzw. Bands, die sich auf der Straße begegneten) machte.
Im Jahre 1925 wurde Ory von King Oliver
gefragt, in dessen Band in Chicago einzusteigen, wo er an der Seite von
Louis
Armstrong, wobei er auf den Plattenaufnahmen dessen späteren
Hot
Five und Hot Seven beteiligt war, stehen
sollte. Zwischen 1925 und 1932 spielte Ory u.a. mit
Dave
Peyton, Jelly Roll Morton und Ma
Rainey.
In den darauffolgenden neun Jahren trat Ory nur sporadisch auf – er
ging nach Kalifornien, um die Geflügelfarm seines Bruders zu übernehmen.
Ab 1942 begann Ory nicht nur wieder, mit der Band von Barney
Brigard aufzutreten, sondern leitete bis hinein in die 50er Jahre
seine eigene Gruppe, Kid Ory’s Creole Jazz Band.
Wahrscheinlich wegen seiner Gesundheit zog Ory 1961 nach Hawaii, wo er
nur bis zu seinem Spielstopp in 1971 nur gelegentlich auftrat. Er verstarb
1973 an einem Herzleiden.
"Ory's Creole Trombone" (Kid Ory/Bix Beiderbecke - The Cradle of Jazz:
Jazz Lips, 1922/o.J. History/Trumpets of Jericho)
"Muskrat Ramble" (Kid Ory/Bix Beiderbecke - The Cradle of Jazz: Jazz Lips,
1926/o.J. History/Trumpets of Jericho)
Jimmy Knepper
Jimmy [James M.] Knepper
22 Nov 1927 (Los Angeles, CA/USA)
Knepper
begann mit der Posaune im Alter von neun Jahren und studierte später
in Colleges in Los Angeles. Seinen ersten professionellen Job hatte er
mit 15 Jahren, wonach er mit vielen Big Bands arbeitete, u.a. denen unter
Leitung von Charlie Spivak (1950/51), Charlie
Barnet (1951), Woody Herman, Claude
Thornhill (1956) und Stan Kenton (1959).
Seine Verbindung mit der Gruppe des Bassisten Charles
Mingus (1957-61) machte ihn einem größerem Publikum bekannt.
Unregelmäßig spielte er zwischen 1960 und 1977 im Gil
Evans Orchestra und dem Thad Jones - Mel Lewis
Orchestra (1968-74); u.a. tourte er mit Benny
Goodman 1962 durch die damalige UdSSR. Im Zeitraum 1975-81 spielte
und arrangierte er für das Nonett unter Lee
Konitz. Seit 1979 tourte er mit der Band „Mingus
Dynasty“.
Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen vermied Knepper erfolgreich,
den Stil von J.J. Johnson zu imitieren. Sein grober
sound
und seine besondere Art eigener Phrasierungsweise sind Zeugnisse seines
zielstrebigen Individualismus'. Trotz exzellenter Technik sind seine
soli
nie von Virtuosität überfrachtet, vielmehr bestechen sie durch
Struktur und inneren Aufbau. Knepper gilt als Allround-Posaunist, der von
der konventionellen Big Band bis zum avantgardistischen Experiment alles
bewältigt.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
A Swinging Introduction to Jimmy Knepper (1957 Bethlehem)
mit Pepper Adams - Pepper and Knepper (1958 Metrojazz)
Cunningbird (1976 Steeplechase)
Primrose Path (1980 Hep)
als sideman (mit Charles Mingus):
Tijuana Moods (1957 RCA)
East Coasting (1957 Bethlehem
Blues and Roots (1959 Atlantic)
Mingus Dynasty (1959 Columbia)
Thema "Better Git It In Your Soul" (Charles Mingus - Mingus Ah Um, 1959
Columbia)
Solo über "Pussy Cat Dues" (Charles Mingus - Mingus Ah Um, 1959 Columbia)
13 Jan 1926 (Kansas City, USA) - 23 April 1999
Im
Alter von elf Jahren zog Melba Liston mit ihrer Familie nach Los Angeles,
wo sie mit Jugendbands spielte, bevor sie in einem Orchestergraben 1942
ihre Karriere beginnen sollte. Im Jahr 1943 trat sie der Band von Gerald
Wilson bei und begann mit dem Schreiben erster eigener Arrangements.
Nach Auflösung der Band 1948 - zwischenzeitlich, 1947, hatte Liston
mit Dexter Gordon aufgenommen - nahm sie einen
Job bei Dizzy Gillespie an. Sie tourte 1949
mit Billie Holiday, nahm sich aber das Desinteresse
des Publikums sowie die Härte der Straße während der Touren
damals so zu Herzen, dass sie mit Spielen aufhörte und einen Schreibtischjob
annahm.
Mitte der 50er Jahre spielte sie in einigen Spielfilmen mit (u.a. "The
Prodigal" und "Die zehn Gebote"), um
dann 1956/57 wieder bei Dizzy Gillespie für
Tourneen, die vom US State Department gesponsert waren, einzusteigen. Sie
nahm 1957 mit Art Blakey's Jazz Messengers
auf und tourte 1959 mit Quincy Jones "Free
and easy"-Show durch Europa.
In den 60er Jahren arbeitete sie für verschiedene leader,
u.a. Randy Weston. Von 1973-79 unterrichtete
Liston an der Jamaica School of Music, bevor sie in die USA zurückkehren
sollte, um ihre eigenen Bands zu leiten.
Liston galt als talentierte und einfühlsame Arrangeurin und insb.
als eine der besten Posaunisten/-innen ihrer Generation.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Melba Liston and her Bones (1958 Metrojazz)
als sideman:
Dizzy Gillespie - Dizzy Gillespie at Newport (1957 Verve)
Quincy Jones and his Orchestra - The Quintessence (1961 Impulse)
Solo über "Mischievous Lady" (Dexter Gordon - The Complete Savoy &
Dial Master Takes, 1947/1996 Definitive Records/Disconforme)