16 Okt 1952 (Chicago, IL/USA)
Anderson
gilt als ungestümer Posaunist, der den Umfang seines Instruments im
großen Stil erweitert hat und nebenbei meisterhaft multiphonics
beherrscht. Sein Spiel gilt als ausgelassen und witzig, wobei Kritiker
ihm vorwerfen, er würde einen besonderen Gag - den des extrem hohen
Spiels - sehr oft wiederholen. BERENDT beschreibt
Anderson als "Stilist voller Dramatik und wilder Leidenschaft, der die
ruppigen, emotionsgeladenen Sounds der tailgate- und gutbucket-Posaune
in die Sprache des Neuen Jazz übersetzt.
Anderson ist ein urwüchsiger Musiker, der uns daran erinnert, daß
es ein Element gibt, das in der Entwicklung der Jazzposaune größere
Bedeutung besitzt als in der irgendeines anderen Instrumentes und das gewiß
auch in der Natur der Posaune von Anfang an angelegt ist: der Humor" (BERENDT
1992: 284). Einschränkend erklärt
Anderson jedoch selbst: "I most certainly don't play
joke music. I'm much too aware of the giant shoulders I'm standing on,
all the great players who have given so much to music, and the spiritual
responsibility of the musician. [...] I do think humor is divine. When
human beings laugh or smile, they are in a state of grace. I insist on
having fun when I play and if the band enjoys itself, the audience does,
too. But music contains every feeling and emotion; it's ultimately an expression
of love. It's the healing force of the universe, as Albert Ayler said.
My music is about inclusion. I always want to bring everyone along on the
trip. I want to move people also. I once described the Pocket Brass Band
as having one ear cocked to the thump of the second line dancers' feet
and the other tuned to the music of the spheres. That describes all my
music. I want to have it all."
Schon im Alter von acht Jahren begann Anderson als Sohn eines Theologen
sein Spiel an der Posaune, wobei er stets an einer großen Bandbreite
interessiert war: So hatte er sowohl klassischen Unterricht, spielte gern
Dixieland als aber auch Blues und Funk. Während seiner Zeit am College
spielte er in R 'n' B Bands in Minnesota und Los Angeles und in Funk und
Latin Bands, als er in San Francisco lebte.
1973 zog er nach New York, wo er als freelancer arbeitete. Im
Jahre 1977 nahm er im Anthony Braxton Quartet den Platz von George
Lewis ein und begann zudem die Arbeit mit der Gruppe von Barry
Altschul. Von diesem Augenblick an führte er die alljährlichen
Umfragen (polls) mit an - u.a. galt er fünf Jahre in Folge
als bester Posaunist im Penguin Guide to Jazz - und beeinflusste sich quasi
selbst. Neben der Leitung eigener Gruppen wie der Free Funk Band "Slickaphonics"
- zusammen mit Mark Helias - seit den späten
70er Jahren wirkte Anderson auch mit dem Roscoe Mitchell
- Leo Smith Orchestra beim Jazzfestival Moers 1979 mit, tourte mit
eigenen Formationen 1980 durch Europa und spielte bei der George
Gruntz Concert Jazz Band mit.
In den 90er Jahren fing er an, gelegentlich auf humorige Art zum Mikrophon
zum greifen.
ausgewählte Aufnahmen:
It Just So Happens (1987 enja)
Blues Bred In The Bone (1988 enja)
Don’t Mow Your Lawn (1994 enja)
BassDrumBone - (Hence The Reason) (1997 enja)
Bonemeal (2001 Raybone Music)
Thema/Solo aus "Hence the real reason" (Bassdrumbone - (Hence The Reason),
1998 Enja)
Chris Barber
(Donald) Chris(topher) Barber
17 Apr 1930 (Welwyn Garden City, GB)
Barber
gilt als führender Kopf der Traditional Jazz Bewegung im England der
frühen 60er Jahre. Der als solider Posaunist und versierter Arrangeur
angesehene Barber studierte Posaune und Kontrabass an der Londoner Guildhall
School of Music und gründete seine erste eigene Band im Jahr 1949.
Er half 1953 Ken Colyer, dem zu der Zeit bekanntesten
Protagonisten des New Orleans Stils, dessen Band zu organisieren. 1954
ersetzte der Trompeter Pat Halcox Colyer,
mit den später folgenden Zugängen Monty
Sunshine (cl), Lonnie Donegan (voc/banjo)
und Ottilie Patterson (voc) hatte sich eine
All Star Besetzung formiert. Sunshines Version von „Petite
Fleur“ wurde zum Hit und verhalf sowohl Sunshine
als auch Barber zu hohem Bekanntheitsgrad.
Obwohl die Gruppe um Barber im Dixieland
basiert, verschloss sie sich nie gegenüber Einflüssen wie Ragtime
(noch bevor Scott Joplin „wiederentdeckt“
wurde), Swing, Mainstream, Blues (Zusammenarbeit mit Muddy
Waters, Sonny Terry und Brownie
McGhee in den 50er Jahren), R&B (Chris
Barbers Jazz and Blues Band in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen
John
Slaughter oder Schlagzeuger Pete York)
oder gar Rock. Im Jahre 1976 tourte Barber mit Russel
Procope und Wild Bill Davis mit der
Show „Echoes of Ellington“ durch Großbritannien. 1981/82 tourte er
mit Sänger und Keyboarder Dr. John mit
der Show „Take me back to New Orleans“ durch Europa und die USA.
ausgewählte Aufnahmen:
Petite Fleur (1953 Hallmark)
Original Copenhagen Concert (1954 Storyville)
Here Is Chris Barber (1959 Atlantic)
Chris Barber at the London Palladium (1961 Columbia)
Louis Jordan Sings (1962 Black Lion)
Live In east Berlin (1968 Black Lion)
Chris Barber & Lonnie Donegan (1973 Boulevard)
Echoes of Ellington (1976 Black Lion)
mit Dr. John: Take me Back to New Orleans (1980 Black Lion)
Thema/Solo "At the Jazz Band Ball" (Various artists - Dixieland Forever
Vol. 2, 1997 Bell)
Bob Brookmeyer
Bob [Robert] Brookmeyer
19 Dez 1929 (Kansas City, MO/USA)
Brookmeyer studierte am Konservatorium in Kansas City und begann seine
Karriere als Pianist in verschiedenen Tanzbands. Im Jahr 1952 griff er
zur Ventilposaune und wurde sofort eine wichtige Figur des West
Coast Jazz, erst bei Stan Getz (1953),
dann insb. durch das Ersetzen Chet
Bakers
in Gerry Mulligans klavierlosem Quartett (1954-57).
Auch war er Teil der ungewöhnlichen Jimmy Giuffre
Three (1957/58): Giuffres Saxophon,
Brookmeyers Ventilposaune und Jim Halls Gitarre.
Zur selben Zeit arbeitete Brookmeyer weiter als Pianist und nahm 1959
mit einem Quartett mit Bill Evans eine Platte
auf. Von 1961-66 leitete er mit Clark Terry
ein relativ erfolgreiches Quintett; 1965 war er eines der Gründungsmitglieder
des Thad Jones - Mel Lewis Orchestras, dem
er zahlreiche Arrangements beisteuerte. Von 1968 an arbeitete er als Studiomusiker
an der US-amerikanischen Westküste und spielte häufig an der
Seite sehr bekannter Mainstream-Jazzer. Bis 1980 war er musikalischer Direktor
der reorganisierten Lewis Big Band, für
die er sowohl solistisch auftrat als auch weiterhin sehr anspruchsvolle
Arrangements verfasste.
Inzwischen ist Brookmeyer nach Europa gezogen, wo er weiterhin schreibt und gelegentlich auf der Ventilposaune bei Aufnahmen mitwirkt.
Brookmeyer gilt als erster erwähnenswerter Jazzmusiker auf der Ventilposaune seit Juan Tizol: Seine exzellenten, mit langen Melodiebögen ausgestatteten Soli sind von durchaus humorvollen Stil, der ab und an durchsetzt ist mit bluesigen und swingenden Einsprengseln.
Als Pianist entwickelte er eine perkussive und dissonante Spielweise
vollends außerhalb der bisherigen Jazztradition.
ausgewählte Alben:
als leader:
Kansas City Revisited (1958 United Artists)
mit Bill Evans: The Ivory Hunters (1959 United Artists)
Jazz is a Kick (1960 Mercury)
The Blues Hot and Cool (1960 Verve)
mit Stan Getz: Stan Getz/Bob Brookmeyer (1961 Verve)
Gloomy Sunday (1961 Verve)
Bob Brookmeyer and Friends (1964 Columbia)
mit Clark Terry: Tonight (1964 Mainstream)
The Power of Positive Swinging (1964 Mainstream)
Gingerbread Men (1966 Mainstream)
The Bob Brookmeyer Small Band (1978 Gryphon)
mit Mel Lewis: Live at the Village Vanguard (1980 Gryphon)
als sideman:
Gerry Mulligan - [Paris Concert] (1954 Vogue)
Henri Texier - Respect (1997 Label Bleu)
Solo über "Respect" (Henri Texier - Respect, 1997 Label bleu)
Solo über "Las Vegas Tango" (Gil Evans - The Individualism of Gil
Evans, 1964/1988Verve)
Tommy Dorsey
Tommy [Thomas] Dorsey
19 Nov 1905 (Shenandoah, PA/USA) - 26 Nov 1956 (Greenwich, CT/USA)
Einer der bekanntesten und beliebtesten Posaunisten der Swing-Ära
war Tommy Dorsey, der vom Vater ersten Trompetenunterricht bekam und später
auf Posaune umstieg. Zusammen mit Bruder Jimmy
leitete er die Gruppen Dorsey's Novelty Six
und Dorsey's Wild Canaries; Anfang der 20er
Jahre spielte er mit den Scranton Sirens.
Etwas später arbeitete er bei berühmten Tanzorchestern unter
Leitung etwa von Jean Goldkette oder Paul
Whiteman (1927). Nach New York übergesiedelt arbeitete Dorsey
in Studios und Theaterorchestern. Mit seinem Bruder Jimmy am Saxophon formierte
er 1934 seine eigene Band – das Dorsey Brothers Orchestra
-, welche jedoch nicht lange Bestand haben sollte, da Tommy Dorsey nicht
nur des öfteren
Auseinandersetzungen
mit seinem Bruder, sondern auch den übrigen Bandmitgliedern hatte.
Seine eigene Gruppe, das Tommy Dorsey Orchestra,
gründete er 1935, welches nicht zuletzt aufgrund seines Perfektionismus
und durch das Anwerben ausgezeichneter Musiker (u.a. Bud
Freeman, Pee Wee Erwin, Buddie
Rich) enormen Erfolg hatte. Viele der größten Erfolge
der Band, die sich insb. durch einen vollen warmen Klang in den Arrangements
auszeicnete, beinhalteten auch Soli von Dorsey selbst, wie „I‘m
getting sentimental over you“, „Song of India“
oder „Marie“.
Dorseys Orchester war v.a. beliebt wegen seiner tanzbaren Balladen und
dem häufigen Einsatz von Vokalisten wie Jack
Leonard und Frank Sinatra.
Nach dem Kollaps der großen Swingorchester nach Ende des Zweiten
Weltkrieges hatte Dorsey Mühe, seine Band intakt zu halten, bis er
schließlich mit seinem Bruder eine neue Version des Dorsey
Brothers Orchestras aufbaute (1953-56), dass einen gewissen Erfolg
erlangen sollte, insb. aufgrund der Auftritte in TV-Shows.
Als Solist war Dorsey beliebt und bekannt dafür, Balladen - ähnlich
Teagarden
- im hohen Register mit samtig-weichem Ton zu intonieren, was von Kritikern
für jene Zeit als revolutionär angesehen wurde und ihm den Beinamen
des "sentimental gentleman of Swing" (BEHRENDT 1992:
276) einbrachte. Zwar waren, so DAVID WILKEN,
Dorseys Ideen nicht übermäßig kreativ, dennoch wurde er
v.a. durch den hohen Grad an technischem Können und seiner nahtlos
erscheinenden legato-Linien zu einem der bekanntesten Posaunisten
des Swing. Dieser Ansatz wurde später u.a. von Urbie
Green und Bill Watrous weitergeführt.
ausgewählte Aufnahmen:
I'm getting sentimental over you (1935 Victor)
Marie/Song of India (1937 Victor)
Boogie Woogie (1938 Victor)
I'll never smile again (1940 Victor)
Opus One (1944 Victor)
Solo über "My old flame" (Various artists - Trombone Jazz, 1955/1990
Fantasy)
25 Okt 1955 (Philadelphia, PA/USA)
Eubanks setzte seine Marke v.a. in den Bands seines jüngeren Bruders,
dem Gitarristen Kevin Eubanks. Mit der Fähigkeit,
alle Jazz-Stile perfekt zu beherrschen, kam Eubanks 1980 nach NYC, spielte
mit Slide Hampton und Sun
Ra, tourte mit Stevie Wonder und verbrachte
viel Zeit mit Art Blakey’s Jazz Messengers.
Als äußerst flexibler Spieler ist Eubanks freischaffend
in vielerlei Projekten tätig, auch u.a. in McCoy
Tyners Big Band oder Bands des Schlagzeugers Bobby
Previte, den Rolling
Stones, Talking
Heads, Patti
Labelle, Tony
Bennett, Dave
Holland, Eddie
Palmieri, Barbra
Streisand Orchestra etc.
Darüber hinaus gibt Eubanks Clinics (z.B. National Clinic for Yamaha Musical Instruments) und ist an Hochschulen (u.a. Banff Centre School of Fine Arts in Alberta/CAN) tätig.
Neben einer herkömmlichen Posaune greift Eubanks auch zur E-Posaune. Von der Phrasierung des Saxophonisten Wayne Shorter beeinflusst hat Eubanks im Zwischenbereich von Bebop einerseits und Free Jazz andererseits seine individuelle Nische gefunden, ausgezeichnet durch harmonische Freizügigkeit. Von allen Posaunisten des Postmodern Jazz besitzt Eubanks mit seinem dunlen, kräftigen Ton laut BERENDT (1992) den vielleicht größten Facettenreichtum:
"Wenn du ganz verschiedene Arten von Musik von unterschiedlichen Blickwinkeln aus betrachtest, entdeckst du Gemeinsamkeiten, die du sonst - von einem Blickwinkel aus - oft übersiehst"
(Eubanks zit. in BERENDT 1992: 285).
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Different Perspectives (1988 JMT)
Dedications (1989 JMT)
Karma (1990 JMT)
Mental Images (1994 JMT)
Wake Up Call (1997 Sirocco Jazz)
4:JJ/Slide/Curtis & Al (1998 TCB)
als sideman:
Art Blakey Live at Montreux and Northsea (1980)
George Benson - 20/20 (1984)
Art Blakey - I Get a Kick out of Bu (1988)
Art Blakey & The Jazz Messengers - Not Yet (1988)
Freddy Cole - Always (1994)
Freddy Cole - To the Ends of the Earth (1997)
Ausschnitt aus "Matatape" (Robin Eubanks - Mental images, 1994 JMT/Polydor)
Ausschnitt aus "Skin 'n' Bones" (Robin Eubanks - Mental images, 1994 JMT/Polydor)
Carl Fontana
Carl (Charles) Fontana
18 Jul 1928 (Monroe, LA/USA)
Carl Fontana gilt als einer der wichtigsten Posaunisten des Cool
Jazz. Er studierte früh bei seinem Vater Collie
Fontana, einem Saxophonisten und Bandleader, und spielte 1941-45
in dessen Gruppe. Er zeichnete sich aus beim Woody
Herman Orchestra, dem er von 1952-53 beiwohnte, und in Gruppen von
Lionel
Hampton (1954) und Hal McIntyre (1954-55).
Bei Stan Kenton (1955-56) nahm er so u.a.
Soli auf wie denen in „Intermission Riff“
und „Recuerdos“. 1956-57 war er Teil eines
Posaunenquartetts mit Rhythmusgruppe um Kai
Winding.
Fontana
zog nach Las Vegas, wo er zwar in Show Bands arbeitete, jedoch stets gelegentlich
Jazz spielte - so tourte er mit Woody Herman
1966, mit Jake Hanna 1975 und nahm im selben
Jahr mit der „World’s Greatest Jazz Band“
auf. In den späten 70er Jahren tourte er mit Georgie
Auld durch Japan. Mit Bobby Shew nahm
er 1995 ein weiteres Album auf.
Während eines solos spielt Fontana sanft in ein Mikrophon, was ihm einen sehr weichen Ton verleiht. Zudem gilt er als Pionier des „doodle tonguing“ – der „Dudelzunge“: Bei dieser Doppelzungentechnik bedient sich der Instrumentalist nicht eines „ta-ka-ta-ka“-Zungenstoßes, sondern eines „du-dl-du-dl“, wodurch der Anstoß des Tones (attack) erheblich weicher klingt, was einem jazzy Stil sehr entgegen kommt. Fontanas Dudelzunge gilt als extrem klar und deutlich artikuliert.
Weitere Stilmerkmale Fontanas sind ein stark ausgeprägtes hohes Register, ein kauziger Humor sowie das Spielen schneller Passagen mit Sinn für raffinierte Harmonik unter Zuhilfenahme der doodle-Zunge und against-the-grain-Technik.
Jazz-Chronist und Kritiker Leonard Feather
schrieb über Fontana: "Fontana has long been
regarded as the most fluid, innovative trombonist after J.
J. Johnson - a modern trombonist with exceptional technique and ideas."
ausgewählte Aufnahmen:
als sideman:
Woody Herman - The Third Herd (1952 Metro-Goldwyn-Mayer)
Stan Kenton - Stan Kenton in Hi Fi (1956 Capitol) [„Intermission Riff“]
Martial Solal - Martial Solal and the Kentonians (1956 Swing)
Kentonians - The Kentonians (1956 Club des Amateurs de Disque)
Stan Kenton - Cuban Fire (1956 Capitol) [„Recuerdos“]
Kai Winding - Trombone Panorama (1957 Columbia)
Woody Herman - Concerto for Herd (1967 Verve)
Supersax - Supersax Plays Bird - Salt Peanuts (1973 Capitol)
Curtis Fuller
Curtis (Dubois) Fuller
15 Dez 1934 (Detroit, MI/USA)
Fuller gehört neben J.J. Johnson
und Kai Winding zu denjenigen Posaunisten,
deren sound sehr flüssig und einladend klingt. Ausgezeichnet
wird er durch die Fähigkeit zu großen tonalen Sprüngen
und einer großen Gelassenheit selbst in schnellen Phrasen. Seine
soli sind stets von „eifriger“ und kreativer Natur. Sein Ton wird oft als
stark und reich beschrieben. Fuller gilt als Spezialist rapider Linien,
die durch besondere Flüssigkeit und Leichtigkeit auffallen, als typischer
Vetreter des Detroiter Hard Bop.
An der High School begann Fuller erst mit dem Baritonsaxophon und wechselte
dann zur Posaune. An der Seite des Saxophonisten Julian
„Cannonball“ Adderley entwickelte er in der US-Army von 1953-55
seine Fähigkeiten weiter.
In Detroit arbeitete er mit Kenny Burrel und
Yusef
Lateef. Nach seinem Umzug nach New York nahm Fuller 1955 erstmals
als Leader ein Album auf, weitere Aufnahmen folgten bei Blue Note (u.a.
"Blue Train" an der Seite des Tenoristen John
Coltrane, der ihn aufgrund seines reichen Tones und seiner Agilität
engagierte), Prestige, United Artists und Savoy.
Er war 1959 Mitglied des Hardbop-Jazztets mit Benny
Golson und Art Farmer. Von 1961-65
war Fuller einer von Art Blakeys Jazz Messengers.
Hinzu kamen Aufnahmen für Warwick, Epic und Impulse. Mit Dizzy
Gillespies Big Band tourte er 1968 durch Europa. In den 70er Jahren
experimentierte Fuller u.a. mit Bill Washer
(g) und Stanley Clarke mit Hard Bop Arrangements
gespielt durch elektronische Instrumente.
In den Jahren 1975-77 tourte Fuller mit Count
Basie; 1979-80 war er neben Kai Winding
Co-Leiter des Quintetts „Giant Bones“. Zwischendurch
gab es immer wieder Konzerte u.a. mit Art Blakey,
Cedar
Walton und Benny Golson; in den 80er
Jahren folgten regelmäßige Europa-Tourneen mit den Timeless
All Stars. Mit einem erneuerten „Jazztet“ wurde 1993 ein neues Album
eingespielt.
ausgewählte Aufnahmen:
als leader:
Introducing Curtis Fuller (1956 Transition)
New Trombone (1957 Prestige)
Curtis Fuller with Red Garland (1957 New Jazz)
The Opener (1957 Blue Note)
Bluesette (1959 Savoy)
The Curtis Fuller Jazztet (1959 Savoy)
Crankin' (1973 Mstr.)
mit Kai Winding: Giant Bones (1979 Sonet)
als sideman:
John Coltrane - Blue Train (1957 Blue Note)
Farmer/Golson Jazztet - Meet the Jazztet (1960 Chess)
Art Blakey’s Jazz Messengers (1961 Impulse)
Art Blakey and the Jazz Messengers - Caravan (1962 Riverside)
Freddie Hubbard - The artistry of Freddie Hubbard (1962 Impulse)
Count Basie Orchestra - I Told You So (1977)
Solo über "Alamode" (Art Blakey & The Jazz Messengers, 1961 Impulse)
Solo über "The 7th day" (Freddie Hubbard - The artistry of Freddie
Hubbard, 1962 Impulse)