2. Kurzer Abriss der Jazzgeschichte
2.1 Traditional Jazz - 2.2 Modern Jazz - 2.3 Postmodern/Contemporary Jazz


2.1 Traditional Jazz

2.1.1 Ragtime

In der Abbildung ist der Hauptverlauf der Entwicklung des Jazz, samt Andeutung von Nebenströmungen,  dargestellt. Der Jazz selbst hat seine Wurzeln im Blues und fand zum ersten Mal grob seit etwa 1890 im Ragtime Ausdruck. Der Ragtime (von engl. „ragged time“ = zerrissene Zeit) ist eine überwiegend komponierte, technisch anspruchsvolle Klaviermusik und ist hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Er ist freundlich und optimistisch mit einem munter vorantuckerndem Beat, Synkopen vermischen sich mit regulärer Marsch-Rhythmik; es sind Einflüsse zu finden aus leichter europäischer Klassik einerseits und afrikanischer Rhythmik andererseits.
 

BERENDT (1996): 192.1.2 Dixieland

Zum ersten mal tritt die Posaune in der Jazz-Musik im sog. Diexieland oder New Orleans Jazz ungefähr ab der Jahrhundertwende in Erscheinung. Die namensgebende Stadt im Süden der USA, und besonders ihr erstes legales Amüsierviertel Storyville, galt als „Hexenkessel der Völker und Rassen“ (BERENDT 1992: 23), in dem nationale und kulturelle Verschiedenheiten aufeinanderprasselten, was letztendlich zu einem eigenen musikalischen Stil führte:
„Er ist gekennzeichnet durch drei melodische Linien, die im allgemeinen von einem Kornett (oder einer Trompete), einer Posaune und einer Klarinette geblasen werden. Hierbei liegt die Führung naturgemäß bei dem strahlenden Klang des Kornetts, von dem sich der schwere, mächtige Gesang der Posaune wirkungsvoll abhebt. Die Klarinette umrankt diese beiden Instrumente in vielfältigem Geflecht“ (BERENDT 1992: 26). Dem gegenüber steht eine Rhythmusgruppe aus Bass oder Tuba, Schlagzeug, Banjo bzw. Gitarre.
Der Rhythmus steht noch dem europäischen Marsch sehr nahe (man spricht auch vom two beat), was dadurch verständlich wird, dass es sich bei den meisten der Gruppen um Marching Bands handelte, die u.a. auch Hochzeitszüge oder Beerdigungen auf den Straßen anführten.
Gewöhnlich war Dixieland rein improvisierte Musik, wobei die Rolle der Posaune darin bestand, entweder die Akkorde eines Stückes – ähnlich der Funktion der Tuba - weiter aufzufüllen oder einen Kontrapunkt zur Klarinette zuspielen, was eher der Fall war. Besonders bekannt für eben jene Gegenlinien sind v.a. glissandi  oder auch andere typische Ton- und Klangeffekte (growls) der Posaune - auch bekannt als tailgate style (tailgate, da der Posaunist bei Umzügen oftmals am Ende eines Umzugswagen saß, so dass er Platz genug für den Zug hatte - folglich über die Heckklappe [tailgate] des Wagens [bandwaggon] nach hinten hinaus spielte).
Wichtig hierbei ist die Art und Weise des Spiels der Bands, in welchem Tonbildung, Artikulation und Intonation stark individualisiert sind. Bei dieser hot-Spielweise, also hitzigen Art des Musizierens, geht es weniger darum, auf seinem Instrument schlichtweg zu spielen, als auf ihm zu sprechen, seine Empfindungen auszudrücken.

Später in den 20er Jahren, nachem das Amüsierviertel Storyville geschlossen worden war, fand diese Spielweise Ihren lokalen Schwerpunkt in Chicago. In den 40er Jahren erlebte dieser Stil eine enorme Renaissance, er wird bis heute weitergespielt.

Wichtige frühe Musiker waren King Oliver, Jelly Roll Morton (p), Louis Armstrong (tp) und Sidney Bechet (sax). Bekannteste Vertreter auf der Posaunenseite waren bzw. sind u.a. Kid Ory, Miff Mole, Freddie Assunto, Turk Murphy, Vic Dickenson und J.C. Higginbotham, Papa Bue, Chris Barber.
 

2.1.3 Swing

Mit den 30er Jahren erreichte der Jazz mit der Swing-Ära seinen höchsten Popularitätsgrad. Swing unterscheidet sich vom Dixieland in mehrfacher Hinsicht, am deutlichsten jedoch mit Sicherheit in der Zahl der auftretenden Musiker. Während im Dixieland kleine Combos mit sechs bis acht Musikern auskamen, so wird die für den Swing typische Big Band aus gewöhnlich vier Trompeten, drei bis vier Posaunen, vier bis fünf Saxophonen, sowie einer Rhythmusgruppe aus Bass, Klavier und Schlagzeug - manchmal kommt noch eine Gitarre hinzu - zusammengesetzt. Ende der 20er Jahre arbeiteten Fletcher Henderson und Duke Ellington erst mit jeweils zwei Trompeten und Posaunen und legten somit eine das Fundament für vierstimmige Bläsersätze; in den 30er Jahren erweiterte letzterer beide sections um jeweils ein weiteres Instrument (3 tp + 3 tb). Stan Kenton weitete in den Vierzigern seine brass sections aus auf fünf Trompeten und vier Posaunen, womit er einen lange anhaltenden Standard für moderne Big Bands schuf. Die Posaunen section, meistens aus drei Tenorposaunen und einer Bassposaune bestehend, wird oft gebraucht, ein riff im unisono zu spielen - oftmals in Kombination mit der Rhythmusgruppe (p, g, b, dr) -, wobei die erste Posaune die Melodie spielt oder auch die inner voices von Saxophonen und Blech trägt. Die Bassposaune spielt hierbei trotz ihres Namens keine Basslinien (die nämlich im Normalfall vom Kontrabass übernommen werden), sondern hat die Funktion einer - eben recht tief gesetzten - vierten Posaune.

Wie auch im Dixieland ist ursprünglicher Sinn und Zweck des Swing die Unterhaltung: Tanz, was besonders bei den Tanzorchestern der Gebrüder Dorsey, Glenn Millers oder Benny Goodman auffällt.

Ein neben der Besetzung weiterer Unterschied ist die Aufführungsmethode: Der Großteil der Musik im Swingzeitalter ist arrangiert, also in Noten gefasst, was allein schon in der Größe der Band begründet liegt – eine reine Kollektiv-Improvisation wäre beinahe unmöglich.

von links: Nanton, Tizol, BrownDas wichtigste Merkmal des Swing-Stiles ist aber der swing selbst, jenes mittlerweile typischsten aller Jazzrhythmen oder vielmehr Jazz-feels, der sich aus dem Zusammenwirken eines gleichmäßigen 4/4-Taktes mit einer eher triolisch synkopierten Phrasierung ergibt.

Posaunisten erfreuten sich im Swing großer Beliebtheit. Nicht nur spielte deren Instrument als Solo-Instrument eine bedeutende Rolle, sondern viele Posaunisten gründeten außerdem ihre eigenen Bands und begründeten oder fundierten damit ihre Karriere. Die wohl bekannteste trombone section ist die von Duke Ellingtons Big Band gewesen - bestehend aus Tricky Sam Nanton, Juan Tizol und Lawrence Brown.

Bekannte und wichtigste Posaunisten der Swing-Ära neben den gerade gennanten: Benny Morton, Tommy Dorsey, Bobby Byrne, J. C. Higginbotham, Will Bradley, Vic Dickenson, Dicky Wells, Sandy Williams, Glenn Miller, Trummy Young.




2.2 Modern Jazz

2.2.1 Bebop

In den frühen 40er Jahren begann ein neuer Stil im Jazz, der Bebop, der sich allmählich immer mehr vom Swing abtrennte. Der bedeutendste Unterschied zum Jazz der Vergangenheit ist der Sinn und Zweck des neuen Stils: Es geht nicht mehr darum, die Zuhörer zum Tanzen zu bewegen, sondern vielmehr um den Selbstwillen der Musik – wenn man so will also die Wandlung des Jazz von der U(nterhaltungs)- zur E(rnsten)-Musik.

Die Bands bestanden im Bebop aus kleinen Combos – im Normalfall bestehend aus einer Rhythmusgruppe aus Bass, Schlagzeug und Piano, sowie ein oder zwei Melodieinstrumenten wie Trompete, Saxophon, Posaune - und nicht mehr großen Orchestern (big bands), was zum einen daran gelegen haben mag, dass es schlichtweg einfacher war, kleinere Bands zu bezahlen als große Orchester, andererseits daran, dass bedingt durch den Zweiten Weltkrieg viele Musiker eingezogen wurden oder schon waren und somit im Musikgeschäft personell betrachtet eine hohe Fluktuation herrschte. Musikalisch gesehen ging es der Vielzahl der Musiker um mehr Freiheit in ihrer Musik, mehr Freiheit als eine Big Band mit festen Arrangements zulassen könnte.

Das Tempo der Bebop-Stücke war entweder sehr schnell – wobei die Solisten ihre Virtuosität zeigen konnten – oder sehr langsam – was den Solisten erlaubte, schnelle Passagen in double time zu spielen. Die melodischen Linien sind insgesamt sehr schnell und reichlich ausgeschmückt, was Bebop allgemeinhin als außerordentlich hektisch erscheinen lässt – Kritiker und Publikum sprachen teilweise sogar vom „Ende des Jazz“.
Oftmals wurden im Bebop die Akkordfolgen (progressions) alter Swingtitel übernommen und mit einer neuen Melodie versehen, wobei nicht selten die Akkorde (changes) durch neue ersetzt wurden, was einerseits die Stücke interessanter werden ließ, andererseits gleichzeitig schwächere Musiker davon abesehen ließ, bei Jam Sessions mitzuwirken.

Als Pioniere des Bebop gelten - neben Thelonius Monk (p) und den Drummern Kenny Clarke und Max Roach - insb. der Trompeter Dizzy Gillespie sowie Altsaxophonist Charlie „Bird“ Parker, die beide ihre Karrieren in den Big Bands des Swing während der 40er Jahre in NYC begannen. Beide Musiker zeichnete ihre technische Virtuosität an ihren Instrumenten und ihre nicht enden wollende Fähigkeit sprudelnder Improvisation aus, die bis heute die Musiker der Gegenwart beeinflusst. Oft in dem Zusammenhang genannte Songs sind Salt Peanuts, Yardbird Suite, Ornithology oder Now's The Time.

Aufgrund der extrem schnellen Linien im Bebop schien es erst unmöglich, die Posaune einzusetzen, die seit je her aufgrund ihres Zuges als „langsames“ Instrument gilt. Das ist auch der Grund, warum einige Posaunisten zur Ventilposaune übergingen, um beim angestrebten hohen Tempo mithalten zu können. Die Posaunisten, die bei der Zugposaune blieben, lernten alsbald, sich mit dieser Schnelligkeit auf ihrem Instrument zu arrangieren und erweiterten somit im erheblichen Umfang die bislang geltenden technischen Grenzen der Posaune.

Spätestens im Bebop fällt es jedoch schwer, einen wirklich posaunenbezogenen, eigenen Stil hervorzuheben, da die meisten Posaunisten mittlerweile verschiedenste Stile beherrschten, wobei anzumerken ist, dass die Schnelligkeit der Beboplinien bis heute Anwendung findet.

Eine Auswahl der wichtigsten bzw. innovativsten Posaunisten des Bebop: Bennie Green, J.J. Johnson, Kai Winding, Frank Rosolino, Carl Fontana, Curtis Fuller, Melba Liston, Al Grey, Milt Bernhart.
 

2.2.2 Cool Jazz bzw. West Coast Jazz

In den 50er Jahren reagierte eine Gruppe von Musikern auf die Wildheit des Bebop, indem sie in "angenehmeren" Klangfarben, d.h. mit europäisierter Tongebung, spielten und sich eher moderater Tempi unter Verwendung kontrapunktischer und kammermusikalischer Elemente bedienten. Zudem wurde beim Solieren mehr Schwerpunkt auf melodiöse Linien gelegt – Auslöser mag wohl die Miles Davis- und Gil Evans-Aufnahme „Birth of the Cool“ (Capitol 1949) gewesen sein. Als Pioniere dieses Stils gelten des weiteren Stan Getz (sax), der v.a. an Latin-basiertem Material arbeitete, Lee Konitz (sax), Lennie Tristano (sax), Gerry Mulligan (sax), Dave Brubeck (p).

Auch bot der coolere, symphonische Ansatz wieder ein Betätigungsfeld für größere Orchester wie jene von Stan Kenton, Woody Herman und Claude Thornhill, bei denen größtenteils weiße Musiker beschäftigt waren.

Als typische Stücke gelten Boplicity (Evans/Davis) und Take Five (Desmond).
 

Eine "schwarze" Ausprägung des Cool Jazz bildet sozusagen die Ausprägung modaler Stücke, namentlich mit dem Miles Davis Album "Kind of Blue" (1959 Columbia) - u.a. unter Mitwirkung des Tenoristen John Coltrane sowie dem Altisten Julian Adderley - mit Stücken wie All Blues oder So What. Auch Herbie Hancock trug mit Stücken wie Maiden Voyage zur neuen Einfachheit in der Akkord-Struktur bei.
 

Bekanntere Posaunisten dieser Stilrichtung sind u.a. Carl Fontana, J. J. Johnson, Kai Winding, Bob Brookmeyer, Bob Enevoldsen, Milt Bernhart.
 

2.2.3 Hard Bop

In den späten 50er bis hinein in die 60er Jahre reagierten etliche Musiker auf den eher verkopften und "weißen" Cool Jazz, indem eher dunklere Klangfarben und sehr viel härtere Artikulation als im Cool Jazz gebräuclich die schwarzen Wurzeln des Jazz, insb. Blues- und Gospelelemente, unterstützen. Zudem gewannen treibende, tanzbare Grooves, eher noch als komplexe Melodien oder Harmonien, an Wichtigkeit. Mit seinen Elementen des Rhythm 'n' Blues wirkte der Hard Bop seinerseits auf Soul und Funk.
Beachtenswert ist hierbei, dass auch im Hard Bop durchaus modale Konzepte tragfähig waren.

Als allgemeine Pioniere des Hardbop gelten gemeinhin v.a. Clifford Brown (tp), Lee Morgan (tp) mit seinem Album "The Sidewinder", Sonny Rollins (sax), Art Blakey (dr) mit seinen Jazz Messengers, sowie die Pianisten Horace Silver und Bobby Timmons; als wichtige Posaunisten gelten Slide Hampton, J. J. Johnson, Curtis Fuller, Jimmy Knepper, Jimmy Cleveland, Frank Rehak.
 

2.2.4 Free Jazz

In den 60er Jahren entstand unter der Federführung der Protagonisten Ornette Coleman (as), John Coltrane (ts) (Ascension, 1965 Impulse), Sun Ra (div.), Cecil Taylor (p) und Archie Shepp eine Bewegung, die die bisherigen Konzepte von Harmonien, Melodieführung und Rhythmik im Jazz über Bord warf und sich der Idee freierer Organisationsformen des Zusammenspiels (u.a. Gruppenimprovisation) verschrieb: Free Jazz. Als Avantgarde-Jazz ging Free Jazz oftmals Hand in Hand mit sozialem Protest ("Black Power"), man war bemüht um den Bruch mit Tradiertem (Chorusform, chord progressions, time), als auch der Befreiung von (weißer) Unterdrückung - Free Jazz und Avantgarde in der allgemeinen Kunst als kreativer Ausbruch lang aufgestauter Energie.
Es waren somit v.a. die Free Jazzer, die auf ihren Instrumenten versuchten, neue sounds zu erzeugen, was zu sehr ungewöhnlichen Effekten führen konnte: Sei es das Schlagen von Blasinstrumenten, das starke Drücken der Klappen an einem Saxophon oder das gleichzeitige Singen während man spielt (multiphonics).

Als besonders hervorhebenswerte Vertreter gelten: Albert Mangelsdorff, Frank Ku-Umba Lacy, Ray Anderson.
 

2.2.5 Jazz Rock / Fusion

In den 70er Jahren schmolzen Jazz, Rock’n’Roll und Funkelemente zusammen – eine der ersten entsprechenden Aufnahmen stellt hier das Miles Davis Doppel-Album „Bitches Brew“ (1969 CBS) dar. Fusionmusiker benutzen Rock- oder Funkgrooves, um dann – oftmals mit Hilfe elektronischer Instrumente wie Gitarren und Synthesizern oder der Hinzufügung elektronischer Effekte – ihre Melodien und Harmonien darüberzusetzen.

Neben dem Einsatz anderer, elektrisch verfremdeter Instrumente waren nach und nach auch Einflüsse aus insb. Indien hörbar: Metren und Skalen wurden komplizierter, Instrumente anderer Kulturen kamen zum Einsatz (z.B. benutzt Charlie Mariano gelegentlich das indische Nageshwaran).

Als besonders erwähnenswert gelten hier der Schlagzeuger Billy Cobham, die Gitarristen Al di Meola und John McLaughlin, die Keyboarder Jan Hammer und Joe Zawinul (Birdland), Herbie Hancock (Watermelon Man, Chameleon), Chick Corea (p, keyb) sowie die Brüder Michael (ts) und Randy Brecker (tp).

Doch auch Posaunisten spielten – trotz der Dominanz der Elektronik – eine Rolle: Jimmy Pankow (mit der Band „Chicago“), Dave Bargeron, Bruce Fowler, Tom „Bones“ Malone, Julian Priester, Fred Wesley (auch v.a. wegen seiner funkigen Spielweise aus der Zusammenarbeit mit James Brown bzw. dem Altisten Maceo Parker bekannt), Wayne Henderson (mit der Gruppe „Crusaders“).




2.3 Postmodern/Contemporary Jazz

Heutzutage scheint es bislang eher schwierig, einen wirklichen Stil benennen zu können. Allgemein spricht man vom Post Modern (siehe auch die graphische Übersicht) oder auch Contemporary Jazz. Auch von Postbop oder Neo-Bop ist des öfteren die Rede, allerdings bezögen sich diese Begriffe eher auf jene Musik heutiger Zeit, die ihre Wurzeln hörbar im Bebop begründet hat, was schlichtweg nicht auf die vielfältigen heutzutage zu hörenden Stilrichtungen mehr zutreffen kann. Am ehesten scheint ein Neo-Bop-Stil – oftmals wird hier der Trompeter Wynton Marsalis genannt, obgleich dieser eher einer modernen Form des Oldtime-Jazz zuzusprechen scheint – zu dominieren. Viele heutige Musiker sind beeinflusst von einer Unmenge verschiedenster Stile und Musiker, was dazu führt, dass rezenter Jazz in seiner Gesamtheit überaus reich ist an komplexesten Melodien, Harmoniefolgen und Rhythmen - hinzu kommen etliche sog. Crossover-Projekte, die wie jeher den Jazz beeinflussen. Was früher der Einfluss indischer Skalen (bes. im Fusionbereich) war, ist heute u.a. der Hip Hop (Buckshot LeFonque, Jazzmatazz).

Von den diversen Einflüssen abgesehen ist ebenso die technische Beherrschung der Instrumente weit vorangeschritten, nicht zuletzt durch das Faktum, dass Jazz mittlerweile eine Hochschuldisziplin geworden ist.

Einige wenige als wichtig zu nennende Posaunisten der Gegenwart: Conrad Herwig, Steve Turre, Robin Eubanks, Bill Watrous, Jiggs Whigham, Wycliffe Gordon, Delfeayo Marsalis, Mark Nightingale, Marc Godfroid, Bart van Lier, Nils Landgren, Ed Neumeister, Ray Anderson.


Inhalt - 1. Einleitung - 2. Jazzgeschichte (traditional - modern - postmodern) - 3. Musiker (A-H, I-N, O-Z) - 4. Quellen


Mar 2003
Axel Koch